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Hochuli Freund
31.7.17 S. 235
Schritt in die Unabhängigkeit
wahrscheinlich eine Festanstellung erhalten werde. Im November bestätigte
Herr K., dass er per Januar die Festanstellung antreten könne. Der Sozialdienst leistet somit eine finanzielle Unterstützung nur noch bis Ende Januar,
bis Herr K. seinen ersten Lohn für den Februar erhält. Bis zur Ablösung im
Januar sind noch zwei Gesprächstermine im Dezember und Januar vorgesehen.
2.2
Prozessschritt Analyse
Vorüberlegungen, Planung
Betrachtet man den bisherigen Prozess von Herrn K., von der Aufnahme im
April bis zur voraussichtlichen Ablösung der Sozialhilfe im Januar, so befinden
wir uns im Prozessschritt der Interventionsdurchführung.
In Anbetracht des Fernzieles, eines selbstbestimmten, teilhabenden und (finanziell) unabhängigen Lebens, möchte ich Herrn K. möglichst gut auf die Zeit
nach der Ablösung vorbereiten. Um herauszufinden, was Herr K. braucht, damit er langfristig von der Sozialhilfe abgelöst werden kann, braucht es eine
Analyse der aktuellen Situation.
Im Gespräch vom 22. Dezember soll zusammen mit Herrn K. herausgefunden werden, was die genaue Fallthematik ist, also ob und in welchem Bereich
Herr K. Unterstützung benötigt. Wie oben erwähnt, ist aus Sicht von Herrn K.
bisher immer etwas dazwischen gekommen, was ihn aus der Bahn geworfen
habe. Im Erstgespräch hatten wir auf Grund des engen Realitätsausschnittes
in der wirtschaftlichen Sozialhilfe der Gemeinde B. nur oberflächlich angeschaut, was Herr K. mit etwas meint. Damit ich eine nachhaltige Intervention
planen kann, muss ich jedoch zunächst genauer wissen, in welchem Bereich es
zu allfälligen Schwierigkeiten kommen kann. Da wir auf dem Sozialdienst keine
standardisierte Analysemethode anwenden, habe ich selbst eine Methode entwickelt, welche ich im Gespräch vom 22. Dezember nutzen möchte.
Im Gespräch soll ein gemeinsames, möglichst offenes Brainstorming zu den
einzelnen in der Falldokumentationssoftware festgehaltenen Lebensbereichen
(Soziales Umfeld, Gesundheit, Wohnen, Arbeit und Finanzen) stattfinden. Die Lebensbereiche habe ich jeweils auf ein Blatt Papier geschrieben und
der Inhalt des Gesprächs wird darauf mit Stichpunkten festgehalten. Durch diese teilstandardisierte Methode wird ein gewisser Rahmen vorgebeben, zugleich
soll Herr K. alle ihm wichtigen Aspekte einbringen können. Die Daten werden
mittels Gespräch dementsprechend qualitativ erhoben. Dabei soll besonders die
Selbstbestimmung von Herrn K. berücksichtigt werden, da sie zu den wichtigsten Werten der Sozialen Arbeit gehört. Für die Fachpersonen der Sozialen Arbeit gilt es, die Entscheidungen der Klientinnen und Klienten zu respektieren,
denn jeder hat
»das Anrecht, im Hinblick auf sein Wohlbefinden, seine eigene Wahl und Entscheidungen zu treffen, geniesst höchste Achtung, vorausgesetzt, dies gefährdet weder ihn selbst
noch die Rechte und legitimen Interessen Anderer.« (AvenirSocial 2010:8)
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