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Hochuli Freund
31.7.17 S. 236
Teil 3 Fallarbeit mit KPG
Ich möchte dementsprechend darauf achten, dass Herr K. selbst vorgibt, welche Themen er bei den jeweiligen Lebensbereichen besprechen möchte. Meine Perspektive wird dabei in Hintergrund treten und soll nur in Absprache mit Herrn K. einfliessen. Nach der Durchführung der Analysemethode werden konstatierende Hypothesen gebildet, damit ersichtlich wird, in welchem Lebensbereich Herr K. am meisten Schwierigkeiten und Unsicherheiten sieht und was dementsprechend die Fallthematik ist. Umsetzung Kurz vor den Betriebsferien konnte am 22. Dezember wie geplant das Gespräch mit Herrn K. durchgeführt werden. Zu Beginn des Gesprächs erklärte ich ihm meinen Vorschlag für das heutige Vorgehen und holte sein Einverständnis ein. Ich zeigte Herrn K. die von mir vorbereiteten fünf Blätter mit den Titeln ›Soziales Umfeld‹, ›Gesundheit‹, ›Wohnen‹, ›Arbeit‹ und ›Finanzen‹ und liess ihn auswählen, über welchen Lebensbereich er als erstes sprechen möchte. Herr K. konnte sich schnell auf die Methode einlassen und sprach offen über das, was gut läuft, über Schwierigkeiten, Befürchtungen und Unsicherheiten. Zwischendurch fragte ich nach, um eine detaillierte Schilderung zu erhalten. Auf Grund des engen Realitätsausschnittes in der wirtschaftlichen Sozialhilfe hatte ich bisher wenig Kenntnis über beispielsweise seine familiäre Situation, seine Hobbies, seine Freunde und sein WG-Leben. Es war dementsprechend sehr spannend mehr von ihm zu erfahren. Seine Aussagen haben wir gemeinsam mit Stichpunkten festgehalten (siehe Abb. 17). Im Bereich der ›Finanzen‹ stellte Herr K. viele Fragen: Wie gehe ich mit den Einnahmen und Ausgaben um (Budget)? Was sind NichterwerbstätigenBeiträge? Wie funktioniert der Ablauf bei der Krankenkasse? Was ist genau Selbstbehalt und Franchise? Wie können die Schulden abgebaut werden? Wie füllt man eine Steuererklärung aus? Was ist die zweite Säule? Ich äusserte die Vermutung, dass er sich noch nie (oder schon länger nicht mehr) mit diesen Themen beschäftigt habe und dementsprechend vielleicht auch keine Dokumente darüber besitze. Herr K. bestätigte das, und ich schlug ihm vor, dass wir beim nächsten Gespräch gemeinsam einen Ordner mit den wichtigsten Unterlagen zusammenstellen könnten, um eine gewisse Ordnung und Übersicht herzustellen. Dies nahm Herr K. sehr gerne an und wir vereinbarten, dass er für das nächste Gespräch seine bisher zu Hause abgelegten Unterlagen mitbringen wird. Als wir alle fünf Lebensbereiche behandelt hatten, verschafften wir uns anhand der Blätter nochmals einen Überblick über die Bereiche und markierten die jeweiligen Schwierigkeiten. Dadurch wurde für uns bereits am Ende des Gespräches ersichtlich, dass im Bereich ›Finanzen‹ grosse Schwierigkeiten und Befürchtungen, aber auch viel Unwissen vorhanden sind. Die konstatierenden Hypothesen (vgl. Hochuli Freund/Stotz 2015:180f.) habe ich nach dem Gespräch abgeleitet und festgehalten:
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