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Hochuli Freund
31.7.17 S. 186
Teil 2 Arbeitsfeldspezifische Konkretisierungen und Arbeitsmaterialien
(= Diagnose). Es wird ausgewählt, in welcher Berghütte übernachtet wird und
wann in etwa sie erreicht werden soll (= Ziele). Der Rucksack wird bereitgestellt, die Wettervorhersage studiert. Die Route wird in leistbare Etappen eingeteilt, die Erfahrungsberichte von anderen Wanderern noch einmal detailliert
studiert (= Interventionsplanung). Die Wanderung findet statt, Fotos werden
gemacht, Postkarten geschrieben, jemand führt ein Reisetagebuch (= Interventionsdurchführung). Anschliessend wird ein Fotoalbum erstellt: Die schönsten
Fotos werden ausgewählt und anhand der wichtigsten Stationen und Ereignisse
aus dem Reisetagebuch sortiert und beschriftet. Ein Nachtreffen mit allen Beteiligten findet statt, Erinnerungen werden ausgetauscht, Ideen für eine nächste
Wanderung gesammelt bei Bedarf wird eine Meldung an die Berghütte, die
Bahn (Reisebüro) gemacht (= Evaluation).
Selbstverständlich sind viele weitere Symbole und Metaphern denkbar Sie
werden sicherlich Ihre eigene finden.6
1.5
Grundhaltungen
Im Rahmen des derzeit laufenden Forschungs- und Entwicklungsprojekt
Kooperative Instrumente-Entwicklung zur Qualitäts- und Effektivitätssteigerung in der Sozialen Arbeit (KoopIn)7 haben wir für die gemeinsame Arbeit mit
sieben Praxispartnern Standards zu KPG im Allgemeinen und zu den einzelnen
Prozessschritten im Besonderen erstellt. Diese haben sich als gute Übersicht und
Diskussionsgrundlage für die gemeinsame (Weiter-)Entwicklung bestehender Instrumente zur Prozessgestaltung bewährt. Als ein Element dieser Standards ist
jeweils die Haltung ausgewiesen, die in einem spezifischen Prozessschritt erforderlich ist. Diese Grundhaltungen vermögen einerseits Orientierung zu geben für
die einzelnen Phasen einer konkreten Prozessgestaltung, anderseits können sie
als Puzzleteile einer bewusst ausgestalteten professionellen Grundhaltung verstanden werden (vgl. Hochuli Freund/Stotz 2015:126). Hier eine Übersicht über
die Grundhaltungen in den einzelnen Prozessschritten:
• Offenheit, Interesse/Neugier (»so viel wie möglich sehen, so wenig wie
möglich verstehen«) (= Situationserfassung)
• vielfältige Perspektiven explorieren und herausfinden wollen, worum genau es in dem Fall geht (= Analyse)
• Suchbewegungen: nach Erklärungen suchen, versuchen zu verstehen
(= Diagnose)
• nach vorne schauen; der Klientin motivierende Impulse geben, sich selber
aber zurücknehmen (= Ziele)
• erfinderisch sein (= Interventionsplanung)
6 Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns teilhaben lassen an Ihren Methapern! Unsere Kontaktdaten finden sich bei den Angaben zu den Autorinnen und Autoren.
7 Vgl. u. a. den Beitrag von Sprenger-Ursprung et al. in diesem Band.
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