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folgerichtig das Motto von Evaluation (vgl. 2012:161).
Auf der Ebene des Falles bedeutet eine Evaluation darüber hinaus, die
(bisher) geleistete Arbeit zu würdigen: Wertzuschätzen, was erreicht
worden und zu benennen, was weniger gut gelaufen ist und schwierig war
und es damit auch loslassen zu können. Insbesondere bei längerfristigen
Arbeitsbeziehungen ist es wichtig, den Abschluss für und mit allen
Beteiligten bewusst zu gestalten und dabei eine Auswertung zu ermöglichen
sowie einen Fallrückblick auf der Ebene der Professionellen zu
institutionalisieren, bei dem der Unterstützungsprozess noch einmal
reflektiert und das gemeinsame Bemühen gewürdigt werden kann. Wenn
ein Prozess anstrengend verlief und Rückschläge und Enttäuschungen mit
beinhaltet hat, stellt eine solche Rückschau ein Beitrag dar zur
Psychohygiene ebenso wie zur Burnout-Prophylaxe. Im Sinne des
Grundprinzips der Ressourcenorientierung in der Sozialen Arbeit erscheint
es ebenfalls wichtig, gemeinsam festzustellen und zu dokumentieren, was
gut gelaufen und gelungen ist. Die Aufgabe von Evaluation liegt auch in
dieser wertschätzenden Distanznahme zum eigenen Handeln.
Innerhalb des Konzepts Kooperative Prozessgestaltung weist die
Evaluation eine Interdependenz auf mit allen andern Prozessschritten:
Evaluation ist bezogen auf alle anderen Prozessschritte und diese wiederum
sind angewiesen auf Evaluation: Einerseits soll jeder Prozessschritt
abschließend kurz evaluiert werden (gemäß den Anregungen und Fragen,
die sich am Ende jedes Kapitels finden), andererseits sind manche
Erkenntnisse erst nach einem gewissen Zeitablauf in einer
Gesamtevaluation möglich (z. B. Beurteilung der Validität der
Arbeitshypothese oder der Zielerreichung). Im Verlaufe eines Prozesses ist
der Übergang von Evaluation zu Situationserfassung fließend: In beiden
Prozessschritten geht es um die strukturierte Sammlung von
Informationen; bei der Evaluation werden diese gesammelten Daten jedoch
auch interpretiert. Wie genau dabei vorgegangen wird, soll unter
Kapitel 14.3 erläutert werden ( Kap. 14.3).
14.2
Voraussetzungen
Wir haben festgestellt, dass Evaluation wichtig ist, dass sie die Möglichkeit
zu lernen beinhaltet. Allerdings geschieht Evaluation nicht einfach von
selbst, sie muss vielmehr gewollt und organisiert werden, und sie bedarf
bestimmter Rahmenbedingungen.
Kultur der Offenheit und Fehlerfreundlichkeit
In der Organisationsentwicklung der 1980er und 90er Jahre wurde der
Begriff der lernenden Organisation geprägt für »Organisationen, in denen
die Menschen kontinuierlich die Fähigkeiten entfalten können, ihre wahren
Ziele zu verwirklichen, in denen neue Denkformen gefördert (…) werden
und in denen Menschen lernen, miteinander zu lernen« (Senge 1998:11).
Ständiger Wandel und Fehlerfreundlichkeit sind Kennzeichen einer solchen
Organisation. Analog dazu schlagen wir den Begriff der lernenden
Profession vor, um deutlich zu machen, dass ein Selbstverständnis