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In der Folge werden drei Methoden vorgestellt, die in den verschiedensten Praxisfeldern der Sozialen Arbeit für den Prozessschritt Situationserfassung breite Anwendung erfahren.

8.4

Erkundungsgespräche

Das Erkundungsgespräch stellt die geläufigste Methode der Situationserfassung in der Sozialen Arbeit dar. Es dient der Gewinnung von Informationen zu Klientinnen, zu ihrer Vorgeschichte, zu ihrem Umfeld, zu ihrer Sichtweise und ihren Anliegen. Es verhilft den Professionellen, sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen und ermöglicht der Klientin, sich der eigenen Lebenssituation bewusst zu werden und sich ein Bild von ihrem Gegenüber (der Sozialarbeiterin, der Organisation) machen zu können. Bei der Gestaltung von Erkundungsgesprächen sind Auftrag, Ziele und insbesondere die Strukturmerkmale der Sozialen Arbeit zu berücksichtigen, (wie z. B. die Sichtweisen der Beteiligten gleichwertig zu betrachten, Kap. 3.2) sowie die Rollen zu klären. Bei letzterem ist sowohl auf sachlich-inhaltliche wie auch emotionale Aspekte zu achten. Da das Erkundungsgespräch oft zu Beginn einer kürzeren oder längeren Arbeitsbeziehung steht, sind die in Kapitel 5 beschriebenen Anforderungen an eine gute Arbeitsbeziehung zu beachten und das Gespräch ist sorgfältig vorzubereiten. Erkundungsgespräche finden je nach Setting in unterschiedlichen Formen statt, die im Folgenden näher beschrieben werden.

8.4.1

Formen von Erkundungsgesprächen

Das Erstgespräch kann verschiedene Funktionen erfüllen. Neben dem gegenseitigen Kennenlernen geht es meist um die Klärung der Anliegen der anfragenden Klienten, um Erörterung der Auftrags- und Kontextbedingungen, um mögliche Angebote der Organisation etc. Der Anlass für ein Erstgespräch kann unterschiedlich sein. Es kann dadurch zustande kommen, dass es den Klienten verordnet, angeboten oder vom Klienten erbeten wird (vgl. Kähler 2009:29 f.). Jedes Erstgespräch ist charakterisiert durch Fremdheit, Spannung und Unsicherheit zwischen Gesprächspartnerinnen, die sich gerade erst kennen lernen. Deshalb ist es sorgfältig vorzubereiten. Aus methodischer Sicht stehen Fragen und Erfassungstechniken im Zentrum. Bei der Durchführung des Gesprächs ist zunächst Kontakt zum Klienten herzustellen. Es gilt den Kontext zu klären wie z. B. Überweisung, involvierte Hilfesysteme, Zeitrahmen etc. (siehe dazu die Fragen zur Kontextklärung nach Kleve vgl. 2002:19 ff.). Der nächste Schritt dient der Exploration der Klientenanliegen und -probleme (vgl. Widulle 2011:100 f.) Zunächst ist mit offenen Fragen Raum zu schaffen, damit Klientinnen erzählen können, was sie belastet und wie sie die Situation erleben. Dies soll ihnen die Möglichkeit geben, ihrer Befindlichkeit und emotionalen Betroffenheit Ausdruck geben zu können und als ganze Person wahrgenommen zu werden. Fühlen sich Klientinnen darin ernst genommen, kann sie das ermutigen, über sich und die eigenen Anliegen zu