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Das Konzept des Habitus, in der neueren Zeit von Bourdieu entwickelt
und von Oevermann für die Soziale Arbeit aufgearbeitet, geht davon aus,
dass unser Handeln und Verhalten von psychischen Haltungen geleitet ist,
die tief im Unbewussten liegen. Oevermann versteht unter der
Habitusformation Handlungsprogrammierungen, die wie eine
Charakterformation das Verhalten und Handeln von Individuen
kennzeichnen und bestimmen. Aus professionstheoretischer Sicht
gelangt er zur Auffassung, dass der berufliche Habitus in der Sozialen
Arbeit über die Verinnerlichung einer Berufsethik, der Fähigkeit zur
Ausgestaltung eines Arbeitsbündnisses und der Fähigkeit zum
Fallverstehen zu professionalisieren sei. Wir gehen in unserem Konzept
davon aus, dass neben der Habitusbildung, die in weiten Teilen mit dem
Kompetenzerwerb kongruent ist, eine professionelle Grundhaltung zu
entwickeln ist. Diese stützt sich ab auf ein reflektiertes Menschenbild, auf
ethische Wertorientierungen und die Zielsetzungen in der Sozialen
Arbeit. Sie bildet Grundlage und Leitlinie für das professionelle Handeln
und ist immer wieder auf die Handlungsanforderungen in der Praxis
kritisch zu reflektieren und weiter zu entwickeln.
Vertiefungsliteratur
Galuske, Michael (2013). Methoden der Sozialen Arbeit. Eine Einführung. 10. Auflage.
Juventa, Weinheim/Basel. Auszug S. 2374.
Oevermann, Ulrich (2001). Die Struktur sozialer Deutungsmuster. Versuch einer
Aktualisierung. S. 3581 in: Sozialer Sinn Heft 1. Lucius & Lucius, Stuttgart.