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Praxisfeld der stationären Kinder- und Jugendhilfe werden in der Schweiz
häufig die Begriffe Erziehungsplanung sowie Erziehungs- und
Förderplanung oder Standortbestimmung benutzt. In Deutschland ist für
den gesamten Bereich der Kinder- und Jugendhilfe der Begriff Hilfeplanung
gesetzlich verankert. In der stationären Behindertenhilfe wird oft von
Förderplanung oder Entwicklungsförderung oder auch
Standortbestimmung gesprochen. In Praxisfeldern der klassischen
Sozialarbeit wie Sozialdiensten und Beratungsstellen für verschiedene
Klientinnengruppen werden Begriffe wie Beratungsprozesse, Beratung oder
Hilfsplanung beziehungsweise Interventionsplanung verwendet. In jüngster
Zeit wird in verschiedenen Praxisfeldern auch der aus dem
angloamerikanischen Raum stammende Begriff Assessment benutzt.
All diese Begriffe fokussieren jeweils auf einen Aspekt des gesamten
Geschehens in einem Unterstützungsprozess häufig auf den der Planung
und sie lassen sich meist nur für spezifische Praxisfelder verwenden. Ein
geeigneter Begriff soll so weit sein, dass er sich einerseits
praxisfeldübergreifend nutzen lässt und andererseits den gesamten
Unterstützungsprozess, mit all seinen unterschiedlichen Aufgaben und
Teilschritten, fassen kann. Wir verwenden in unserem Konzept die
Bezeichnung »Kooperative Prozessgestaltung« und legen den Fokus damit
auf die Gestaltung der Kooperation. Der Begriff Prozessgestaltung verlangt
nach einer Präzisierung, welche Prozesse denn gestaltet werden sollen.
Zunächst lassen sich unterschiedliche Typen unterscheiden. Ziel des
professionellen Handelns ist es, Bildungsprozesse von Klienten zu
ermöglichen und zu fördern; dies kann nur mittelbar und in enger
Kooperation mit Klientinnen geschehen, in den Such-, Aushandlungs- und
Verständigungsprozessen zwischen Klienten und Professionellen der
Sozialen Arbeit. Gefördert werden solche Bildungsprozesse durch
Unterstützungsprozesse von Seiten der Professionellen. Dies erfordert ein
Nachdenken auf der Fachebene, nach Möglichkeit gemeinsam mit anderen
Professionellen, in einem Team oder auch einer Intervisionsgruppe. Einen
Aspekt dieser Unterstützungsprozesse stellen Vernetzungsprozesse dar:
Vernetzung mit anderen Professionen und Berufsgruppen im eigenen
Hilfesystem sowie diejenige mit anderen Hilfesystemen, aber auch mit dem
Klientensystem. Ein weiterer Aspekt umfasst Prozesse politischer
Einflussnahme zur (Neu-)Gestaltung von Lebensbedingungen. So kann
professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit bestimmt werden als
geplante und reflektierte Gestaltung von Unterstützungs- und
Verständigungsprozessen.
Prozessmodelle als Strukturierungshilfe
Um den Prozess des professionellen Handelns fassen und strukturieren zu
können, werden in Konzepten für methodisches Handeln in der Sozialen
Arbeit häufig sog. Phasen- oder Prozessmodelle verwendet. Possehl
(2002a:4) bezeichnet sie als »Strukturkonzepte«, mit denen sich die
eigenen Denkprozesse organisieren lassen, und die neben Methoden
eine wichtige Komponente einer jeden Methodenlehre in der Sozialen
Arbeit seien ( Kap. 6.1.1.). Im Folgenden werden einige der bekanntesten
Prozessmodelle mit ihren Aufteilungen in Phasen oder Schritte skizziert.