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Orientierung an Grundwerten und der Effizienz des Handelns herzustellen
(vgl. 1980:37). Damit sind Professionelle herausgefordert, alle möglichen
Konsequenzen ihres Tuns im Voraus sorgfältig abzuwägen, aber auch, wie
Eisenmann unterstreicht, ihre guten Absichten zu berücksichtigen, wie dies
beispielsweise auch vor Gericht geschieht (vgl. 2006:99 f.). Welche Ebenen
hat nun eine verantwortungsethische Reflexion zu berücksichtigen, die
professionelles Handeln leiten soll? Nach Heiner umfasst eine solche Ethik
die Wahrnehmung der Verantwortung gegenüber
• den Klientinnen unter Achtung der Menschenwürde und des entworfenen
Menschenbildes,
• der Gesellschaft im Sinne der Achtung des Gemeinwohls und der sozialen
Gerechtigkeit,
• dem Anstellungsträger und der eigenen Organisation in der Einhaltung
von Vereinbarungen und von Qualitätssicherung und -entwicklung,
• den Professionellen in der Achtung der beruflichen Sorgfalt und der
Zusammenarbeit,
• der Profession im Sinne der Weiterentwicklung und der Orientierung an
fachlichen Standards,
• der eigenen Person hinsichtlich beruflicher Identität, Leistungsfähigkeit
und Fortbildung (vgl. 2010:174).
Aus dieser Darstellung wird ersichtlich, dass Professionelle in ihrem
Arbeitsfeld mit unterschiedlichen, teils konfligierenden, möglicherweise
auch widersprüchlichen Interessen konfrontiert sind, die zu einer steten
kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle verpflichten.
Zwangsweise ergeben sich im beruflichen Alltag immer wieder ethische
Dilemmatasituationen, die zu Rollenkonflikten (moralische Konflikte)
führen, die von den Sozialarbeiterinnen konstruktiv anzugehen und zu
lösen sind, oftmals im Sinne von ausgehandelten Kompromisslösungen, in
die alle Beteiligten einwilligen. Um diese Konflikte gelingend angehen und
bewältigen zu können, sind Sozialarbeiterinnen darauf angewiesen, sich auf
ein gesichertes professionelles Selbstverständnis abstützen zu können, das
ihnen Orientierung und Halt zu geben vermag. Dieses Selbstverständnis
stützt sich auf grundlegende Zielsetzungen ab (wie z. B. größtmögliche
Lebensautonomie der Klienten oder die bereits erwähnten Grundwerte,
Kap. 4.1.2). Diese Leitwerte sind zwar historisch hergeleitet und damit
soziokulturell verankert, aber dem gesellschaftlichen Wandel unterworfen
und deshalb situativ und individuell stets zu überprüfen und den
Gegebenheiten anzupassen.
4.1.5
Professionsmoralische Grundhaltungen und Care-Ethik
Handlungsleitend sind, wie wir aufzeigen konnten, sowohl übergreifende
Zielsetzungen der Sozialen Arbeit wie auch grundlegende ethische Normen
und Werte. Auf der Ebene des Handelns mit einzelnen
Klientinnen(gruppen) orientieren sich Sozialarbeiterinnen zwar daran, aber
die Grundwerte geben noch keine Antwort, wie Professionelle Menschen
begegnen, mit ihnen eine Arbeitsbeziehung gestalten oder Ressourcen in
einem Sozialraum erschließen sollen. Wie ausgeführt ( Kap. 4.1.3), ist von