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Kooperation
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Professionelle der Sozialen Arbeit stellen keine Produkte her, sondern sie
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handeln: Sie unterstützen Menschen in den Aufgaben der
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Lebensbewältigung, sie ermöglichen Bildungsprozesse und fördern soziale
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Integration. In ihrem professionellen Handeln sind sie unmittelbar
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angewiesen und verwiesen auf gemeinsames Handeln, denn an einer
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Dienstleistung in der Sozialen Arbeit sind stets zwei Personen beteiligt: Die
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Sozialpädagogin als Produzentin und der Klient als Konsument bzw. KoProduzent agieren gleichzeitig. Die personenbezogene soziale
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Dienstleistung kann nur in einem dialogischen Verständigungsprozess von
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Sozialarbeiter und Klientin gemeinsam erbracht werden. Die Koproduktion
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ist eines der Strukturmerkmale professionellen Handelns in der Sozialen
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Arbeit ( Kap. 3.2.4). Wie diese Arbeitsbeziehung theoretisch konzipiert
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wird, soll im Folgenden herausgearbeitet werden. Im zweiten Teil des
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Kapitels soll eher kurz auf die andere Kooperationsebene eingegangen
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werden, welche für die Soziale Arbeit jedoch ebenfalls sehr relevant ist: auf
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die Kooperation auf der Fachebene, d. h. die Zusammenarbeit innerhalb der
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eigenen Profession sowie die vielfältigen Formen der Zusammenarbeit mit
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anderen Fachleuten.
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5.1
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Arbeitsbeziehung mit Klientinnen
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Dass die Beziehung zwischen Sozialpädagoge und Klientin eine
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unabdingbare Voraussetzung für professionelles Handeln ist, gilt in der
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Sozialen Arbeit seit jeher als weitgehend unbestritten. Allerdings wird diese
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Grundannahme insgesamt wenig erläutert, und der Fachdiskurs dazu ist
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nicht allzu breit. So resümiert Schäfter (2010:44), in der Literatur, die sich
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mit Methoden der Sozialen Arbeit auseinandersetzt, werde die
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professionelle Beziehung »als Basis und Mittel der Zusammenarbeit
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zwischen KlientIn und Fachkraft und im Sinne eines Arbeitsbündnisses als
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bedeutender Reflexionsgegenstand definiert. Eine gelingende professionelle
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Beziehung wird übereinstimmend als Voraussetzung der Hilfe in der
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Sozialen Arbeit« benannt, auf Ausführungen zur konkreten Gestaltung einer
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solchen Arbeitsbeziehung jedoch werde weitgehend verzichtet.
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Gahleitner (2017) hat jedoch jüngst ein empirisch fundiertes Konzept zur
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Beziehungsgestaltung in der Sozialen Arbeit vorgelegt (das wir später
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aufgreifen werden, Kap. 5.1.4)
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In Praxisfeldern, in denen einzelne Professionelle über längere Zeit
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KlientInnen begleiten, kommt der »beruflichen
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Beziehungsarbeit« (Münchmeier 1981:124) eine besondere Bedeutung zu.
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