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Der aktuellste Berufskodex Soziale Arbeit Schweiz wurde per Juni 2010 in
Kraft gesetzt und wird als Argumentarium für die Praxis der Professionellen
bezeichnet. Darin werden ethische Richtlinien für das moralische berufliche
Handeln in der Sozialen Arbeit dargelegt. Der Kodex soll u. a. als Instrument
zur ethischen Begründung der Arbeit mit Klienten sowie als
Orientierungshilfe bei der Entwicklung einer professionsethisch
begründeten Berufshaltung dienen (vgl. AvenirSocial 2010:1 f.). Unter den
Grundsätzen der Sozialen Arbeit werden nach einer sehr kurzen Darlegung
von Leitidee und Menschenbild zehn Ziele und Verpflichtungen der Sozialen
Arbeit auf allgemeiner Ebene umrissen, bevor Spannungsfelder und
Dilemmata in der Praxis Sozialer Arbeit aufgeführt werden. Der
Berufskodex macht deutlich, dass der Umgang mit Interessenskollisionen
und Widersprüchen sowie das Zurechtfinden in Loyalitätskonflikten ein Teil
der Sozialen Arbeit sind und von Professionellen eine kontinuierliche
Auseinandersetzung erfordern. Im Berufskodex werden unter den
Grundwerten Menschenwürde und Menschenrechte wichtige Grundsätze
(wie z. B. Gleichbehandlung, Partizipation) sowie Verpflichtungen, die zur
sozialen Gerechtigkeit beitragen sollen, aufgeführt. Professionelles Handeln
hat sich gemäß Berufskodex auf diese Grundwerte abzustützen wie auch auf
den dargelegten Handlungsprinzipien einer ethisch begründeten Praxis.
Diese sind in Form von Handlungsmaximen bezüglich der eigenen Person,
der Arbeit mit Klientinnen und Klienten, den Organisationen des
Sozialwesens, der Gesellschaft, der eigenen Profession und der
interprofessionellen Kooperation formuliert.
Berufsethische Richtlinien des Deutschen Berufsverbandes für Soziale Arbeit
e. V.
In den durch die Bundesmitgliederversammlung 1997 in Kraft gesetzten
ethischen Prinzipien sind zunächst allgemeine Grundsätze beruflichen
Handelns aufgeführt. Diese basieren auf dem gesellschaftlichen Auftrag
Sozialer Arbeit, unter Wahrung universeller Werte und der Orientierung an
der Würde des einzelnen Menschen, der Solidarität und strukturellen
Gerechtigkeit. Neben der Unterstützung und Förderung von Menschen in
sozialen Problemlagen haben den Grundsätzen gemäß Professionelle
soziale Probleme zu entdecken, sie in ihrem Bedingungszusammenhang
öffentlich zu machen und einer Lösung zuzuführen (vgl. DBSH 1997:1). Die
berufsethischen Prinzipien beschreiben Verhaltensgrundsätze gegenüber
Klientinnen der Sozialen Arbeit, die unter Wahrung oben genannter
Werthaltungen auf der Achtung des einzelnen Menschen und seiner
Lebenssituation aufbauen und u. a. auch für Datenschutz garantieren. In
diesem Sinne sollen jeweils Ziele, Unterstützungsleistungen und Formen
der Zusammenarbeit in einem Kontrakt zwischen Sozialarbeiterinnen und
Klienten gemeinsam festgelegt werden. In den Prinzipien sind auch
Verhaltensweisen gegenüber Berufskolleginnen, Angehörigen anderer
Berufe, Arbeitgeber und Organisationen wie auch in der Öffentlichkeit
beschrieben, die sich auf die eingangs formulierten Grundsätze berufliches
Handelns abstützen (vgl. DBSH 1997:2 ff.).