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Bedeutung von wissenschaftlichem Wissen
In allen aktuellen Methodenlehren der Sozialen Arbeit wird die
grundlegende Bedeutung von wissenschaftlichem Wissen für das
professionelle Handeln betont. Zum Wissenskorpus der Sozialen Arbeit
gehören nicht nur die spezifischen Theorien und Konzepte der Disziplin,
welche den Gegenstand und die Aufgaben der Sozialen Arbeit in einen
schlüssigen Gesamtzusammenhang stellen sowie das aus Forschung
generierte empirische Wissen. Wichtig sind auch vielerlei Wissensbestände
aus relevanten Nachbarsdisziplinen wie Psychologie, Soziologie, Recht etc.
In Hinblick auf professionelles/methodisches Handeln kann Wissen auch
gemäß seiner Funktion in unterschiedliche Wissensarten ausdifferenziert
werden. Von Spiegel (vgl. 2013:4570) unterscheidet vier Kategorien:
Beschreibungswissen Erklärungswissen Wertewissen
Veränderungswissen. Ähnlich unterteilt auch Preis (vgl. 2003:181 f.) das für
die Fallbearbeitung nötige theoretische Hintergrundwissen und erläutert
fünf Wissensformen; Neben Beschreibungs-, Erklärungs- und Wertewissen
führt er zusätzlich Prognosewissen auf, anstelle von Veränderungswissen
nutzt er den Begriff Verfahrenswissen.
Sich auf geeignetes wissenschaftliches Wissen zu beziehen, gehört also zum
Selbstverständnis von Professionellen der Sozialen Arbeit.
2.3
Zusammenfassung der Erkenntnisse
Die Soziale Arbeit hat zwei Traditionslinien, eine sozialarbeiterische und
eine sozialpädagogische Linie. Diese historische Unterscheidung
zwischen Sozialpädagogik und Sozialarbeit gilt heute als überholt, als
neuer Leitbegriff wird Soziale Arbeit verwendet. Bereits die beiden
historischen Wurzeln verweisen auf verschiedene, durchaus
unterschiedliche Praxisfelder. Aufgrund der Expansion der Angebote in
der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist das Feld der Sozialen Arbeit
noch breiter geworden. Neue Aufgabenfelder wurden erschlossen,
innerhalb der einzelnen Praxisfelder vollzog sich eine Diversifizierung
und Spezialisierung der Angebote, die auch einen qualitativen Ausbau
bedeuteten. Das Feld der Sozialen Arbeit zeichnet sich heute aus durch
Vielfalt und Heterogenität.
Soziale Arbeit ist eine junge Disziplin und zugleich eine Profession. Die
Disziplin ist ein Wissenschaftszweig, sie untersucht den
Forschungsgegenstand der Sozialen Arbeit mit spezifischen
Fragestellungen und Methoden, generiert spezifisches Wissen und stellt
die akademische Ausbildung des Nachwuchses sicher. Unter Profession
wird das gesamte Praxissystem der Sozialen Arbeit verstanden: Sie
umfasst die hier beruflich tätigen Personen ebenso wie die Orte und
Institutionen und die offerierten Dienstleistungen. Die Profession
zeichnet sich aus durch ihre Handlungsorientierung, es geht ihr um
Veränderungen von Situationen und Personen. Professionelles Handeln