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Verdienst der vorliegenden Methodik ist es, dass dies nicht in eine
Beliebigkeit führt, sondern dass auf der Basis von einigen Grundprinzipien,
die theoretisch hergeleitet wurden, der systematische Charakter der
professionellen Prozessgestaltung stets erhalten bzw. mindestens im
Bewusstsein gehalten wird. Deshalb eignet sich das Konzept nicht nur für
ein spezifisches Praxisfeld, sondern ist prinzipiell im gesamten Arbeitsfeld
der Sozialen Arbeit verwendbar.
Von den soeben erwähnten Grundprinzipien will ich nur eines hier
herausheben, weil dies gerade in einem Lehrbuch eine herausragende
Bedeutung hat. Dieses Grundprinzip spiegelt sich auch im Titel des Buches.
Es geht um die in die Methodik eingelassene Grundtatsache, dass
mindestens die Problembeschreibung, die Interventionsplanung und die
Umsetzung dieser Planung ein koproduktives Geschehen ist, ein
Arbeitsbündnis voraussetzt und dass das angestrebte Ergebnis insofern
ohne Kooperation mit Klienten(systemen) in der Regel nicht erzielt werden
kann. Das Besondere ist, dass das Konzept Kooperativer Prozessgestaltung
diese Grundstruktur des professionellen Handelns nicht nur theoretisch
und sozusagen nebenbei bzw. im Hintergrund mitlaufen lässt, sondern ins
Zentrum der Methodik und der Überlegungen stellt, wie professionelles
Handeln methodisch unterlegt und strukturiert werden kann und soll.
Es freut mich ganz besonders, dass dieses Lehrbuch letztendlich im
Kontext des Instituts Professionsforschung und kooperative
Wissensbildung seine nunmehr endgültige Gestalt gewonnen hat. Dieses
Institut beschäftigt sich mit dem professionellen Handeln in der Sozialen
Arbeit primär in einer Forschungsperspektive. Wie es im Namen zum
Ausdruck kommt, liegt dabei ein besonderes Augenmerk auf der
Kooperation. Auch wenn damit primär die Kooperation von Wissenschaft
und Praxis gemeint ist, so sind die Prozesse mit denjenigen der Kooperation
zwischen Klient/in und Sozialarbeiter/in vergleichbar, wenn nicht
strukturhomolog. Eine aufgrund von Zuschreibungen und faktischen
Differenzen asymmetrische Beziehung soll durch Kooperation zu Wissen
über eine bestimmte Situation oder Problematik führen, das so aufgebaut
ist, dass es das Handeln leiten und orientieren kann. Mit diesem Lehrbuch
schlagen Ursula Hochuli Freund und Walter Stotz daher auch eine Brücke
zwischen Forschung und Lehre. Mit Sicherheit haben sie dies innerhalb der
Austauschprozesse getan, die innerhalb des Instituts stattgefunden haben.
Ich denke aber, dass die Überlegungen, die hier zur Kooperation gemacht
werden, in beide Richtungen, hin zur professionellen wie zur
wissenschaftlichen Praxis, bedeutende Anregungen geben können.
Die Elemente dieses Buches sind längstens im Lehrbetrieb an der
Hochschule für Soziale Arbeit an der Fachhochschule Nordwestschweiz
erprobt und sozusagen im Testbetrieb immer weiter entwickelt und weiter
veredelt worden. Von da her bin ich mir sicher, dass sich das vorliegende
Buch als Lehrbuch eignet, und dass mit ihm die Ausbildung von vielen
Professionellen der Sozialen Arbeit auf eine solide Basis gestellt werden
kann. Damit leistet es für die Professionalisierung der Sozialen Arbeit
insgesamt einen wichtigen Beitrag. Insofern wünsche ich mir und der
Autorin und dem Autor eine weite Verbreitung und fruchtbare Rezeption.
Im Frühling 2011
Peter Sommerfeld