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Hochuli Freund
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31.7.17 S. 23
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Anforderungen an professionelles Handeln
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Autonomie vs. Abhängigkeit
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Die Leistung der Sozialen Arbeit kann nur gemeinsam mit den Klientinnen und
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Klienten zeitgleich erbracht und genutzt werden. (vgl. Hochuli Freund/Stotz
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2015:56, von Spiegel 2013:34). Dieses Phänomen wird in der Literatur als Koproduktion bezeichnet. Die Professionellen können nichts ohne das Mitwirken
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der Klientinnen und Klienten erreichen. Die Hilfesuchenden sind aus irgendeinem Grund nicht mehr selbst in der Lage, ihre Probleme zu bewältigen (vgl.
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Galuske 2013:50f.). Das Ausmass und die Bedeutung der Abhängigkeit unterschieden sich jedoch erheblich. Es besteht ein ungleiches Verhältnis auf Grund
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einer »strukturellen Asymmetrie« (Hochuli Freund/Stotz 2015:58) und einem
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damit verbundenen Machtgefälle. Sozialer Arbeit kommt damit eine paradoxe
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und sensible Aufgabe zu. Durch einen Autonomieeingriff soll Autonomie wiedererlangt werden. Auf diesem Hintergrund ist es zwingend erforderlich, eine
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vertrauensvolle Beziehung aufzubauen, um an einem Strang in die gleiche Richtung zu ziehen (vgl. ebd.:57). Es bedarf einer Einschätzung und Steuerung,
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wann etwas ohne Hilfe geschafft werden kann. Dabei besteht immer die Spannung, entweder zu früh einzuschreiten und selbständige Versuche zu unterbinden, oder zu lange abzuwarten und einer Person zu viel zuzumuten und sie zu
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frustrieren (vgl. von Spiegel 2011:87). Insgesamt ist ein Konflikt zwischen der
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professionellen Hilfe und der eigenen Selbsthilfe vorhanden. Klientinnen und
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Klienten können sich in professionelle Abhängigkeit begeben, statt auf ehrenamtliche Angebote oder ihre Selbsthilfepotenziale zurückzugreifen. Soziale Arbeit steht zudem dauerhaft in der Gefahr, Menschen und Gruppen, statt einer
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Hilfe zur Selbsthilfe zum Selbstzweck der eigenen Existenzberechtigung, abhängig zu machen (vgl. Knoll 2010:173f.).
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Die beschriebenen Strukturmerkmale zeigen die ausserordentliche Komplexität
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der Tätigkeit der Sozialen Arbeit und machen nachvollziehbar, warum es nicht
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ausreicht, rein intuitiv darauf zu reagieren, und es einer Fachlichkeit bedarf, die
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sich dieser Rahmenbedingungen bewusst ist und sie beim Handeln berücksichtigt.
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»Die Abarbeitung an den Paradoxien des professionellen Handelns geschieht sehr häufig fehlerhaft in dem Sinne, daß die unaufhebbaren Antinomien in den Paradoxien
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vom Berufsexperten nicht ausgehalten, sondern sich selbst und dem Klienten verschleiert werden.« (Schütze 1992:138)
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Es fällt leichter sich nur an einem Pol zu orientieren, statt die Spannung und
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Zerrissenheit auszuhalten, sich mal mehr beim einen, mal mehr beim anderen
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Pol zu bewegen. Es wird vergessen, dass es immer die Möglichkeit gibt, »auf
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zwei Seiten des Pferdes herunterzufallen«. Durch die Verschleierung der Paradoxien kommt es zu unnötigen Schwierigkeiten für Professionelle und Klientel
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(vgl. ebd.). Die Professionellen stehen in der Gefahr einer permanenten Überforderung und Unsicherheit, mit Selbstzweifeln auf Grund ihrer Fehler, was
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z. B. Burnout oder Co-Abhängigkeiten zur Folge haben kann (vgl. Knoll
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2010:175f.). Die Klientinnen und Klienten sind diesen Umständen unmittelbar
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ausgesetzt und zutiefst persönlich davon betroffen und erleiden evtl. mehr Schaden, als dass ihnen durch die Soziale Arbeit geholfen wird.
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