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soll verhindern, dass im Unterstützungsprozess nicht plötzlich Abstriche
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gemacht werden müssen und die Erwartungen von Klienten enttäuscht
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werden.
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• Einflussfaktoren und mögliche Nebenwirkungen: Da
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Interventionsmöglichkeiten nicht einer Technologie folgen, können viele
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Einflussgrößen im Voraus nicht genau bestimmt werden, ebenso wenig
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wie mögliche Wirkungen. Deshalb scheint es förderlich, Überlegungen
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anzustellen über mögliche Hindernisse, Einflussfaktoren und den
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bisherigen Kooperationsverlauf. Dabei können folgende Fragen den
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Bewertungsprozess leiten:
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‒ Wie realisierbar sind die einzelnen Interventionsmöglichkeiten
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hinsichtlich Aufwand und Ertrag?
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‒ Wie sieht es hinsichtlich Kooperation aus, d. h. bei welchen
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Interventionen würden die relevanten Beteiligten mitmachen?
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‒ Welche Rahmenbedingungen blockieren die angedachten
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Interventionen?
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‒ Welche Hindernisse, Widerstände und Restriktionen gibt es?
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‒ Welche weiteren Einflussfaktoren könnten wichtig sein?
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‒ Welche unerwünschten Nebeneffekte könnten sich einstellen?
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‒ Welche Vor- und Nachteile haben unterschiedliche
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Interventionsvarianten insgesamt?
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• Ethische Ebene: Sozialarbeiterinnen wägen ab, ob Eingriffshandeln
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notwendig und legitimiert, die Intervention ethisch vertretbar ist (
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Kap. 12.1). Sie prüfen kritisch, inwieweit die Selbstbestimmung der
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Klientin erhalten bleibt und die Intervention deren Selbstverantwortung
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nicht einschränkt. Sie fragen – auch während der ganzen
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Interventionsdurchführung –, ob (und wann) Eingriffshandeln in
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gemeinsames Handeln mit dem Klienten überführt werden kann.
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• Handlungsbedarf: Sozialarbeiterinnen klären ab, ob und wo der größte
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Handlungsbedarf feststellbar ist. Manchmal ist dies nicht auf den ersten
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Blick erkennbar (vor allem bei Klienten, die am lautesten klagen). So
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muss möglicherweise zäh verhandelt werden, was im Moment als
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dringlich erklärt wird und was im Moment zurückgestellt werden kann.
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• Veränderungsebene: Sozialpädagogen vergewissern sich, ob überwiegend
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auf der Ebene ›Veränderung von Situationen‹ angesetzt wird (wo die
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größten professionellen Einflussmöglichkeiten liegen) oder eher auf der
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Ebene ›Veränderung von Verhalten und Fähigkeiten einer Person‹? Sie
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überprüfen, ob die Intervention ressourcenorientiert ist oder
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defizitorientiert bleibt.
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• Team-Ebene: Wird im Team gearbeitet, ist zu fragen, wie sich die
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Teammitglieder verhalten. Die beste Interventionsplanung nützt nichts,
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wenn sie nicht von allen Teammitgliedern (wie auch der Organisation)
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mitgetragen wird. Zu berücksichtigen sind auf dieser Ebene auch die
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verschiedenen expliziten und impliziten Rollen in einem Team und die
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Geschichte des Teams. So ist kritisch zu reflektieren, wer handeln will,
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wer sich zurückhält, wer mitträgt, wer bereit ist, Kritik
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entgegenzunehmen und die möglicherweise etwas ungewöhnliche
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Intervention vor den hierarchisch höher eingestuften Mitarbeitenden zu
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vertreten etc.
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