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Müller hat in seinem bekannten Lehrbuch ›Sozialpädagogisches Können‹,
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das 1993 erstmals erschienen ist, ein Modell professioneller Fallarbeit
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erarbeitet. Es ist als zirkuläres Prozessmodell konzipiert und unterscheidet
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vier Schritte – Anamnese, Diagnose, Intervention, Evaluation –, wobei sich
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diese Schritte gegenseitig durchdringen und diese auch immer wieder neu
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beginnen können (vgl. 2017:82). Anamnese bezeichnet die Sammlung von
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Vorinformationen unterschiedlicher Art, eine Diagnose beinhaltet die
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Problemklärung, mit Intervention sind die professionellen Angebote
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gemeint, und bei der Evaluation geht es um Bewertung (vgl. ebd.:74 f.).
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Harnach-Beck arbeitet in ihrem Buch ›Psychosoziale Diagnostik in der
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Jugendhilfe‹ mit einem dreiphasigen Ablaufschema des Hilfeprozesses. Die
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erste Phase beinhaltet die Problemsichtung und Beratung, die zweite Phase
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die Klärung der individuellen Situation und die Entscheidung über die Hilfe,
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und in der dritte Phase geht es um Erbringung der Hilfe und Rückmeldung
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über den Hilfeverlauf (vgl. 1997:106). Cassée dagegen verwendet in ihren
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Methodiken für den Hilfeprozess ein früher sieben- und inzwischen
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achtteiliges Zyklusmodell. Dabei wird unterschieden zwischen dem
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Diagnostischen Prozess – mit den Schritten Intake, Analyse,
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Diagnose/Fallverstehen und Indikation – und dem Interventionsprozess,
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mit den Schritten Hilfeplan, Intervention, Verlaufsdiagnostik/Monitoring
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und Evaluation (vgl. 2019:46).
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Stimmer (2012) nutzt das Modell eines zirkulären
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Problemlösungsprozesses mit den sechs Hauptphasen (und drei
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zugeordneten Aspekten) ab der 3. Auflage immer expliziter für seine
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Ausführungen zu den Grundlagen des methodischen Handelns in der
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Sozialen Arbeit (vgl. ebd.:37).
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Das Prozessmodell von Simmen et al. ist für die systemische
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sozialpädagogische Arbeit entwickelt worden. Hier steht der Prozessschritt
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Auswertung im Zentrum, und alle weiteren Schritte – Orientierung
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(Situation erfassen), Deuten (Situation bewerten) und Entscheiden, Planen
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(Handlungskonzept), Handeln (Durchführung) und Kontrolle – sind darauf
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hin bezogen (vgl. 2008:54 ff.).
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Im Case Management wird der Ablauf folgendermaßen strukturiert:
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1. Intake/Klärungshilfe/Erstberatung,
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2. Assessment/Analyse/Einschätzung/Prognose; 3. Hilfe-/Förder/Pflegebedarf, Hilfe-/Förder-/Pflegeplanung, 4. Linking, Monitoring,
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Reassessment; 5. Abschluss/Evaluation (vgl. Neuffer 2013:71, ähnlich –
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etwas einfacher – auch Wendt 1991:25 ff.).
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Für das Praxisfeld der Gemeinwesenarbeit (GWA) kann zunächst auf zwei
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ältere Prozessmodelle hingewiesen werden, die aus der Blütezeit der
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deutschsprachigen GWA-Literatur stammen. Pfaffenberger nennt:
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1. Erkundungsphase, 2. Diagnostische Phase, 3. Planungsphase und
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4. Ausführungsphase (vgl. 1966:252 ff.), während Boer/Utermann
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folgenden Prozess anregen: 1. Erkennen von Bedürfnissen, 2. Ordnen und
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Festlegen einer Rangfolge, 3. Entwickeln der Bereitschaft, zusammen zu
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Werk zu gehen, 4. Aufspüren von Hilfsquellen und 5. Übergang zur Aktion
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(vgl. 1970:84 ff.). Ein projektmethodisches Prozessmodell für die
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Soziokulturelle Animation und die Gemeinwesenarbeit wird in
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Hongler/Willener (vgl. 1998:35 ff.) und Willener (2007) angeboten:
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1. Vorprojektphase, 2. Phase der Projektdefinition, 3. Projektierungs- oder
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Planungsphase, 4. Realisierungs- oder Umsetzungsphase und 5. Abschluss-
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