Generated pages/ subfolders for all documents: - arbeit: 386 pages - praxis: 297 pages - EPG: 11 pages Page numbers are 0-based PDF indices matching the book viewer. Extracted using pdftotext.
52 lines
3.0 KiB
Markdown
52 lines
3.0 KiB
Markdown
auch er in ausreichendem Masse Befriedigung erlebt« (ebd.:42) abzuleiten
|
||
ist. Zu dieser Verantwortung gehört für sie auch die Auseinandersetzung
|
||
mit den eigenen destruktiven Gefühlen, Gedanken und Impulsen (vgl.
|
||
ebd.:48). Selbstverantwortung und Zufriedenheit sieht Bang als Aspekte
|
||
seelischer Gesundheit.
|
||
Das Nachdenken über sich selbst, über die Involviertheit der eigenen
|
||
Person in das professionelle Handeln – die Fähigkeit zur Selbstreflexion
|
||
mithin gilt denn auch unstrittig als ein zentrales Moment im professionellen
|
||
Handeln und als Kernelement von Professionalität. Supervision als Gefäß, in
|
||
dem Selbstreflexion ermöglicht wird, ist deshalb für die
|
||
Kompetenzentwicklung wie auch für die Qualitätssicherung professionellen
|
||
Handelns unabdingbar (vgl. u. a. Müller 2017:175 f.). Sie hat sich denn auch
|
||
in der Sozialen Arbeit wie in keiner anderen Profession etablieren können,
|
||
betont Gildemeister (1992:211). Die Sozialarbeiterin müsse ihre Berufsrolle
|
||
sozusagen ›selbst inszenieren‹; dies verlange ein hohes Maß an Flexibilität
|
||
und Konfliktfähigkeit. Ohne einen Ort für die Reflexion gemeinsam mit
|
||
andern Professionellen ist dies auf Dauer kaum zu leisten. Die Supervision
|
||
sei »einer der wenigen Anker für die berufliche Identität« (ebd.), die sich
|
||
institutionalisiert habe.
|
||
Weil der Sozialarbeiter im gemeinsamen Handeln mit Klientinnen und
|
||
Klientensystemen als ganze Person beteiligt ist, weil er selbst als Person
|
||
sein eigenes Arbeitsinstrument ist, deshalb ist die reflexive
|
||
Auseinandersetzung mit eigenen Emotionen und der eigenen Biografie
|
||
unabdingbar. Die Fähigkeit zu biografischer Selbstdistanzierung und zu
|
||
stetiger Selbstreflexion ist ein wichtiger Bestandteil von
|
||
Professionskompetenz. Ohne Settings einzurichten für die gemeinsame
|
||
Selbstreflexion der Professionellen (Intervision, Supervision) kann eine
|
||
Praxisorganisation Professionalität und Qualität nicht sicherstellen.
|
||
|
||
3.3
|
||
|
||
Zusammenfassung der Erkenntnisse
|
||
|
||
Der Anspruch auf ein eigenständiges Professionalitätsmodell ist schon in
|
||
den Anfängen der Sozialen Arbeit gestellt und begründet worden. Die
|
||
Exklusivitätsmerkmale klassischer Professionen sind für die Soziale
|
||
Arbeit unerreichbar. Ausgangspunkt für die Bestimmung eines
|
||
eigenständigen Professionalitätsmodells sind die spezifischen
|
||
Konstitutions- und Rahmenbedingungen der Sozialen Arbeit und die
|
||
daraus folgenden Strukturprobleme des Handelns. Professionelles
|
||
Handeln zeichnet sich aus durch Ausbalancieren struktureller
|
||
Widersprüchlichkeiten.
|
||
Geringe Spezialisierung, fehlende Monopolisierung des
|
||
Handlungsfeldes, eine systematisch unklare Zuständigkeit – bezeichnet
|
||
als diffuse Allzuständigkeit für komplexe Probleme – sind konstitutiv für
|
||
die Soziale Arbeit. Die Bewältigung von Ungewissheit – worum es geht in
|
||
einem Fall, welche Unterstützung nötig ist, was in der eigenen
|
||
Zuständigkeit liegt – gilt daher als Kern professioneller
|
||
Handlungskompetenz. Die Unterstützungsaufgabe kann oft nur in
|
||
Zusammenarbeit mit anderen Berufen und Professionen realisiert
|
||
werden.
|