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sektoralen und strukturellen Differenzierung, welche die »Expansion als
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Profession und Disziplin« begleitet habe. Der quantitative und qualitative
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Ausbau ging einher mit einem umfassenden Professionalisierungsprozess,
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einer Verrechtlichung und Versozialwissenschaftlichung der Tätigkeiten
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und Aufgabenbereiche, konstatieren Chassé/von Wensierski (2004a:9).
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Systematisierungsmöglichkeiten des Feldes
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Das herausragende Merkmal des Feldes der Sozialen Arbeit ist heute die
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große Heterogenität. Entsprechend schwierig ist es, dieses Feld zu
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systematisieren. (Nebenbei bemerkt zeigt sich hier außerdem eine
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begriffliche Schwierigkeit, werden doch die Begriffe Handlungsfelder,
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Praxisfelder, Arbeitsfelder und Aufgabenfelder in der Literatur uneinheitlich
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verwendet.) Als Kriterien für die Einteilung der Einrichtungen und
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Maßnahmen der Sozialen Arbeit werden beispielsweise vorgeschlagen (vgl.
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Parpan-Blaser 2005:135; Müller 2013:758 f.):
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• Problemstellung (z. B. Abhängigkeit, Erwerbslosigkeit, soziale
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Auffälligkeit, Entwicklungsbeeinträchtigung, u. a. m.),
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• Zielgruppe nach Problemstellung (z. B. wohnungslose Menschen,
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Menschen mit Entwicklungsbeeinträchtigungen, straffällige Jugendliche
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und junge Erwachsene, u. a. m),
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• Zielgruppe nach biografischen Stationen im Lebenslauf (z. B. Kinder,
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Jugendliche, Erwachsene, Alte),
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• Methode/Angebot (z. B. Beratung, Bildungsarbeit, Unterstützung,
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Prävention),
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• Organisationsform (z. B. aufsuchende Soziale Arbeit, Heimerziehung,
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Beratungsstellen, polyvalenter Sozialdienst, psychiatrische Tagesklinik
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etc.).
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Chassé/von Wensierski haben ihren Versuch einer konsistenten Gliederung
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des Feldes für den Sammelband ›Praxisfelder der Sozialen Arbeit‹ (2004a)
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verglichen mit dem Bemühen von Sisyphos (vgl. ebd.:13). Auf ihre etwas
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komplizierte Systematik soll hier kurz eingegangen werden, um die
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Schwierigkeit einer Einteilung deutlich zu machen. Sie nehmen einerseits
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die sozialpädagogische Traditionslinie mit der ›Sozialpädagogisierung der
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Lebensalter‹ auf und unterscheiden dabei die drei Bereiche Kinder- und
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Jugendhilfe, Erziehungs- und Familienhilfen sowie Altenhilfe. In einem
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zweiten Teil nehmen sie die These der Ausdifferenzierung und
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Spezialisierung der Sozialen Arbeit auf und stellen Artikel zu Sozialer Arbeit
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in spezifischen Bereichen zusammen, welche in den letzten 30 Jahren als
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eigenständige, professionalisierte und hoch spezialisierte Aufgabenfelder
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der Sozialen Arbeit entstanden seien (Beratung, Sexualerziehung, Soziale
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Dienste im Gesundheitswesen, Sozialpsychiatrie, Strafvollzug, schließlich
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Migration und Soziale Arbeit sowie Selbsthilfe, u. a. m.). Zwei Bereiche
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jedoch konnten in diese Systematik nicht integriert werden und werden
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daneben gestellt: Die Frauenbewegung und ihre Institutionen
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(Fraueninitiativen und -projekte sowie Frauenhäuser), und das Thema
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Armut und Benachteiligung im Sozialstaat (mit den spezifischen Ansätzen
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der Sozialen Arbeit mit Randgruppen, Sozialhilfe, Schuldnerberatung,
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Arbeitslosenarbeit).
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