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Herausforderungen an die soziale und pädagogische Arbeit
und Jungen, die neben ihren Müttern ebenfalls von der männlichen bzw. väterlichen Gewalt betroffen sind, stärker in den Blick zu nehmen und pädagogische Konzepte und Maßnahmen innerhalb der Frauenhäuser für sie zu
entwickeln. Dennoch lässt sich feststellen, dass vor allem die Unterstützung
männlicher Jugendlicher, die durch häusliche Gewalt betroffen sind und mit
ihren Müttern Schutz und Unterstützung im Frauenhaus suchen, noch zu
verbessern wäre. Ich möchte deshalb verdeutlichen, mit welchen Problemen
männliche Jugendliche konfrontiert sein können, die von häuslicher Gewalt
betroffen sind und aufzeigen, welche Möglichkeiten und Grenzen sich hieraus für die pädagogische Arbeit in Frauenhäusern ergeben können.
Jugend - eine mit spezifischen Risiken und Chancen verbundene Entwicklungsphase
Die Begriffe „Jugend“ oder auch „Adoleszenz“ werden innerhalb der Jugendforschung und Literatur z. T. uneinheitlich, aber auch als Synonyme verwendet. “Jugend“, als abgegrenzte und spezifische Lebensaltersphase mit eigener
Kultur, verliert als einheitliche und konsistente Lebensform an Bedeutung.
Andererseits wird durch das reale gesellschaftliche Verschwinden von Jugendlichen Jugendlichkeit als Wert in besonderer Weise, nicht nur durch die
Medien, gehuldigt und erhält somit für Erwachsene immer stärkere Attraktivität. „Jugend“ wird darüber hinaus durch gesetzliche Vorgaben und Bestimmungen, wie wir sie z. B. aus dem KJHG und dem Jugendstrafrecht kennen,
definiert, und sie wird in einer zunehmend individualisierten und pluralisierten Gesellschaft zur sozialen Konstruktion, an der die gesellschaftlich geprägten Generationen- und Geschlechterverhältnisse aktiv beteiligt sind, oder
wie Vera King es formuliert:
„Was Jugend ist, wann sie beginnt, endet und welche Bedeutung ihr zugemessen wird, unter•’ސȱœ˜ ˜‘•ȱŸ˜—ȱŽ—ȱŽ›˜ěŽ—Ž—ȱœŽ•‹œǰȱ’—œ‹Žœ˜—Ž›ŽȱЋޛȱŠžŒ‘ȱȽŸ˜—ȱŠžđŽ—ȽǰȱŠ•œ˜ȱœŽ’Ž—œȱŽ›ȱ
je älteren Generationen, historisch wechselnden und kulturell divergierenden Bedeutungszuschreibungen, die u. a. von Konventionen, Traditionen, veränderten sozialen Strukturen
und Interessen geleitet sind“ (King 2002: 25).
Demnach meint „Jugend“ mehr, als die durch die Pubertät eingeläutete Geschlechtsreife mit ihren hormonellen und körperlichen Veränderungen. Sie
ist geprägt von spezifischen Entwicklungsaufgaben, bei denen Mädchen und
Jungen der Unterstützung durch die verschiedenen Sozialisationsinstanzen
bedürfen und Beziehungsangebote durch andere Jugendliche, aber auch Erwachsene benötigen. Um „Abschied von der Kindheit“ nehmen zu können,
den kognitiven, emotionalen und sozialen Entwicklungsprozessen hinsichtlich der Zunahme von Individuation, aber auch gesellschaftlicher Integration
angemessen begegnen zu können, bedarf es der Schaffung „psychosozialer
Möglichkeitsräume“ (vgl. King 2002). „Möglichkeitsräume“, die die Freiheit