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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 166 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
Peter Ahrens, Eyke Baum, Monika Gessner, Annette Heyd, Elke Looft und Heike Richter
rerinnen, das Verhalten ihrer Schülerinnen in neuem Licht zu sehen. Dies wird von ihnen häufig als Entlastung erlebt. Sie sehen Schülerinnenverhalten nicht mehr als gegen sich gerichtet. Nichtkonstruktives Schülerinnenverhalten wird als ein Lösungsversuch verstanden, der in anderen Kontexten überlebenswichtig ist oder war, meist in der Familie. Mit dem systemischen Ansatz ist es nach unseren Erfahrungen möglich, an Schulen Stigmatisierungs- und Ausgrenzungsprozessen entgegenzuwirken. Auch der direkte Zugang zu unseren anderen Angeboten entlastet Lehrerinnen. Durch die von uns gezeigte Teamarbeit, dadurch, dass wir uns in »die Karten sehen lassen«, werden Lehrerinnen ermutigt, sich mehr für Teamprozesse zu öffnen. Strukturelle Probleme, z. B. dass Lehrerinnen sehr wenig Zeit für Fallbesprechungen im Schulalltag haben, werden durch die Zusammenarbeit jedoch auch deutlicher. Die enge Zusammenarbeit ermöglicht es sowohl den Schulen als auch der Jugendhilfe, ihren Aufträgen zum Wohl der Kinder und Jugendlichen in höherem Maße gerecht zu werden. 8.4 Soziale Gruppenarbeit mit ergänzender Erziehungsbeistandschaft: Ein Fallbeispiel 8.4.1 Ausgangslage und Erstgespräch Die Familie F. kam im August 2002 zu einem Beratungstermin. Anlässe waren aus Sicht der Eltern die negative Schulbeurteilung des Sohnes Karl (zwölf Jahre alt) am Ende der 6. Realschulklasse und Karls vermehrte Aggressionen innerhalb der Familie, die sich vor allem gegen seine Schwester Elisa (elf Jahre alt) richteten.
• Überweisungskontext: Karl war in der Zeit von August bis November 2001 aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten in der Familie stationär in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie untergebracht. Die Eltern trennten sich im Dezember 2001. Im Verlauf des Gesprächs kam eine Empfehlung der Kinder- und Jugendpsychiatrie zur Teilnahme an einer Sozialen Gruppenarbeit zur Sprache. Die Eltern wollten sich nun darüber informieren, was eine Soziale Gruppenarbeit beinhalte, wie sie mit Karls Verhalten besser umgehen könnten und wie sie sich als getrennt lebendes Elternpaar gegenüber ihren Kindern verhalten sollten. • Die Probleme wurden aus Sicht der Eltern wie folgt beschrieben: – Karl möchte ständig im Mittelpunkt stehen. – Er stört andere Kinder massiv in der Klasse und arbeitet kaum im Unterricht mit.
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