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Die Gestaltungsaufgaben der Leitungen sind also nicht einfach und nicht wenige. Doch ich lerne immer wieder Einrichtungsleitungen kennen, die mit großem Elan die Rahmenbedingungen für die Arbeit mit Kindern wie Jana und Philipp verbessern. Und wenn Leitungen sich diesem Thema stellen, entsteht nicht selten ein hoffnungsvoller, wenn auch anstrengender Prozess der Veränderung der Institution, ein Kraftort, ein Gegenentwurf zur Individualisierung und Resignation.

16.3 Traumainformierte Netzwerke Die Bedeutung der Netzwerkarbeit ergibt sich auch aus der der Beziehungsdimension. Traumatisierte Kinder benötigen Räume des Verstehens und immer wieder neues Anknüpfen an eine konstruktive Veränderungsmöglichkeit in Alltagssituationen. Dazu benötigt es nicht nur einzelne dyadische Beziehungen, sondern umfassende Beziehungsnetzwerke, gefordert sind auch die Schule, die Kinder- und Jugendpsychiatrie, vor allem das Jugendamt und v. a. m., also ein konstruktive Vernetzungssetting unter Institutionen: „Beziehungsarbeit innerhalb einer haltgebenden Struktur und eines aufrichtigen, partizipativen Dialogs, Fachkompetenz und personelle, disziplinäre sowie methodische Vielfalt bzw. Vernetzungskompetenz. Psychotherapie entfaltet sich in der Regel fruchtbar auf dem Boden dieses Gefüges, seltener als Alternativangebot dazu.“ (Gahleitner 2020, S. 6) Auch für die Pädagog*innen können traumainformierte Netzwerke tragend sein: „Es braucht verbindende Energien, Kooperationswillen, gemeinsames Tragen, die Bereitschaft, (andere) Einschätzungen verstehen wollen, Dinge zu benennen, sich wohlwollend zu positionieren, gemeinsame Lösungen zu suchen, sich im besten Falle im Netzwerk getragen zu fühlen, Teil eines Ganzen zu sein.“ (Gies 2016, S. 328). Sie lassen sich nicht erzwingen und brauchen Zeit, finanzielle, strukturelle und personelle Ressourcen. Aber nicht nur Zeit, es bedarf auch eines gemeinsamen Verstehens, z. B. der Spaltungsdynamik, die im Traumakontext immer wieder auftritt (14.4).