1.5 KiB
92
feministischen Projekte gegen sexuelle Gewalt. Im Zuge dieser Enttabuisierung sexueller Gewalt gegen Mädchen und Jungen beschäftigte sich die Fachöffentlichkeit dann relativ schnell mit den Auswirkungen der sexuellen Traumata auf die betroffenen Mädchen und Jungen. Die individuelle Perspektive, die Perspektive der Opfer gelangte in den Mittelpunkt des Interesses. Die Bewegung gegen sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche hat einen entscheidenden Anteil an der Enttabuisierung schwerer Traumata und an der Vergesellschaftung und Demokratisierung von notwendigem Wissen dazu. Wiederum Mitte der 90er Jahre wurden wichtige Erkenntnisse aus amerikanischen Forschungen über die Auswirkungen traumatischer Ereignisse auf die Entwicklung der Kinder in der Fachöffentlichkeit breiter diskutiert. Folgende Fragestellungen und Kontroversen sollten im Hinblick auf die Wirkung traumatischer Erfahrungen auf Kinder zu einem fundierteren Verständnis führen (van der Kolk u. a. 2000): Fragestellungen zu kindlichen Traumata – Die Auswirkungen der subjektiven kindlichen Wahrnehmung auf die Schwere des Syndroms – Die Wirkungen kindtypischer Widerstands-, Belastbarkeits- und Anpassungsfaktoren – Spezifische Entwicklungskonsequenzen wie z. B. erhöhtes Risiko für eine erneute Traumatisierung – Der Einfluss von traumabezogener Vermeidung der Bezugspersonen – Transgenerationale Aspekte – Die Beziehungen unter Gleichaltrigen sowie das schulische Umfeld – Die verstärkte kindliche posttraumatische Belastung – Strategien zur Prävention und Intervention