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Arbeitssituationen. Er kann zudem sinnstiftend und bereichernd sein.

Störungswertige Dissoziation

Zum Schutz vor Überflutung sind Erleben, die Gefühle und das Handeln der traumatisierten Mädchen und Jungen von spezifischen Abwehrmechanismen geprägt. Wenn man nicht physisch fliehen kann, wird man versuchen, psychisch zu fliehen, zu dissoziieren. Aus dem pädagogischen Alltag kennen wir → Dissoziation in Form von Fühllosigkeit einzelner Körperteile, Schmerzabwehr, Lähmung und Müdigkeit bis hin zur Persönlichkeitsspaltung (3.1). Traumatisierte Menschen kompensieren chronische Übererregung durch Abschalten. Sie vermeiden Stimuli auf der Verhaltensebene und betäuben sich emotional auf der psychophysiologischen Ebene. Dieses Verhalten wenden sie sowohl traumagebundenen als auch alltäglichen Erfahrungen gegenüber an: Maria fühlte nichts bei heißem oder kaltem Wasser. Maria kann belastende Gefühle per Knopfdruck abschalten. Sie spürt keine Trauer, keinen Ärger. Maria ritzt ihre Arme und spürt nichts. Anna weiß über einige Unternehmungen von sich nicht Bescheid, „das war ich nicht!“ Sie geht selten aus dem Haus und flieht vor allem Unbekannten.

Damals waren diese Abwehrmechanismen lebensnotwendig, heute können sie neues Leid produzieren. Was damals vorm Verrücktwerden schützte, kann heute verrückt machen. Die störungswertigen dissoziativen Anteile trennen vom Selbst und trennen von anderen. Dissoziative Zustände kennt jeder Mensch. Dissoziation wird auch als ein Stressbewältigungssystem bezeichnet, das es erlaubt abzuschalten, ein Überlastungsschutz. Dissoziation ist dann hilfreich, wenn ich sie steuern kann. Viele Mädchen und Jungen aus herausfordernden Lebensumständen mussten die Möglichkeiten des Überlastungsschutzes, der Dissoziation nutzen, um diese Lebensumstände zu überstehen. Sie sind wie im Nebel, wenn die psychisch kranke Mutter sie in extremer Weise beschimpft, sie beamen sich