2026-001/documents/theory/diagnostics/handbuch-kinder-und-haeusliche-gewalt/pages/326.md

34 lines
2.9 KiB
Markdown
Raw Blame History

This file contains invisible Unicode characters

This file contains invisible Unicode characters that are indistinguishable to humans but may be processed differently by a computer. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.

328
Unterstützung für Mädchen und Jungen bei häuslicher Gewalt
deren Einhaltung und das Erleben der Kita als einem Raum, in dem Gewalt
generell nicht geduldet wird. Und nicht zuletzt erfahren hier betroffene Kinder Freude und Spaß - trotz ihrer schwierigen Lebensumstände (vgl. Projekt
PräGT 2004: 63ff).
Ausblick
Das Projekt hat vieles in der Kita und bei jeder einzelnen Erzieherin verändert.
Alle haben die Erfahrung gemacht, dass die Beschäftigung mit einem schwierigen und tabuisierten Thema auch Freude machen kann. Dies wurde z.B.
an den lebendigen, praxisnahen Fortbildungen, an den kreativen Projekten
mit den Kindern und dem guten Gefühl, sich jetzt sicherer zum Thema zu
fühlen, deutlich. Am Projektbeginn wären Gespräche mit Müttern und/oder
Vätern zu sensiblen Themen nicht mit dieser inneren Sicherheit verlaufen und
es hätte kein Informationsmaterial zu häuslicher Gewalt im Eingangsbereich
der Kita gelegen. Haltungen und Vorurteile hätten sich nicht verändert und
betroffene Kinder und Mütter wären allein geblieben. Jetzt kennen Erzieherinnen das Hilfenetz ihrer Stadt und verstehen, warum es für gewaltbetroffene Frauen nicht leicht ist, sich von ihrem Partner zu trennen. Sie haben ein
Gespür dafür bekommen, wie wichtig geschlechtergerechte Erziehung in der
Kita ist. Darüber hinaus können sie durch gezieltes Beobachten und Dokumentieren von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern erste Schritte der Hilfe einleiten. Und sie bieten insbesondere von häuslicher Gewalt betroffenen
Kindern einen Schutz- und Schonraum, indem Gewalt in der Kita konsequent
geächtet und Grenzen hier möglichst nicht überschritten werden.
Wir möchten allen Interessierten Mut machen, sich mit dem Thema häusliche Gewalt vertraut zu machen, um so v.a. Unsicherheiten und Handlungsunfähigkeit zu überwinden. Die Ergebnisse von „PräGT“ sollen dabei Unterstützung sein.23
Literatur
ŠŸŽ–Š——ǰȱǯȱǻŘŖŖŖǼDZȱ ’—Ž›ȱž—ȱ‘§žœ•’Œ‘Žȱ Ž Š•ǰȱ Š‘›Š—ȱřȦȱ ŽĞȱŘȱ ȱ ǯ
Landgrebe, G./ Borris, S./ Schulz, V./ Dr. Sellach, B. (2004): Projekt PräGT. Ein Praxisleitfaden zur
›§ŸŽ—’˜—ȱŸ˜—ȱ‘§žœ•’Œ‘Ž›ȱ Ž Š•ȱ’—ȱ ’—Ž›ŠŽœœ§ĴŽ—ǯȱ ›œǯȱŸ˜–ȱȱž—ŽœŸŽ›‹Š—ȱ
e.V. Bonn
23 Wenn Sie und/oder Ihre Einrichtung Interesse an einer individuellen Fortbildung zu Themen
des Projektes haben (Kinder als Betroffene häuslicher Gewalt, Kompetenz im Elterngespräch, Geschlechtergerechte Erziehung, etc.), wenden Sie sich bitte an Susanne Borris, Tel. 0361/7894063
oder susanne.borris@web.de. Der Praxisleitfaden kann unter der Art.Nr. 02042 gegen eine Un”˜œŽ—™ŠžœŒ‘Š•Žȱ Ÿ˜—ȱ ŝǰśŖȱ ǧȱ ȱ ‹ŽœŽ••ȱ Ž›Ž—ȱ ‹Ž’–DZȱ ž—ŽœŸŽ›‹Š—ȱ Ž›ȱ›‹Ž’Ž› ˜‘•Š‘›ȱ Žǯǯǰȱ
Verlag/Vertrieb, PF 410163 in 53023 Bonn, Fax: 0228-6685209.