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Hochuli Freund
31.7.17 S. 41
Anforderungen an professionelles Handeln
heit zwischen Theorie und Praxis ist damit entscheidend für einerseits den Einsatz in der Praxis und andererseits den Stellenwert im Diskurs zu professionellem Handeln. Mit dem Konzept KPG ist ein niederschwelliger Zugang zu einer
sehr komplexen Thematik gelungen. Mit Bezug auf die Strukturmerkmale wird
deutlich gemacht, dass die Tätigkeit in der Sozialen Arbeit eine schwierige Aufgabe ist und auch die eigene Persönlichkeit stark fordert. Das Konzept gibt einen Orientierungsrahmen an die Hand, um mit diesen komplexen und widersprüchlichen Bedingungen umgehen zu können. Es vermittelt ein gesundes
Selbstvertrauen, dass damit ein Unterstützungsprozess erfolgreich gestaltet werden kann, weckt und erzeugt jedoch keine überhöhten Erwartungen im Sinne
einer Machbarkeit aller Dinge oder macht übersteigerte Allheilsversprechen.
Ganz im Gegenteil kommt ihm eher die Funktion einer gewissen Erdung zu,
und es wirkt solchen Illusionen entgegen. Die Professionellen erfahren eine Entlastung davon, Fehler nur auf die eigene Person zu beziehen, und sie können
die Spannungsfelder Sozialer Arbeit als gegeben akzeptieren, gegen die sie nicht
ankämpfen müssen (vgl. Knoll 2010:177). Auch gegenüber Klientinnen und
Klienten kann dadurch Transparenz geschaffen und die Umstände nicht verschleiert werden. Dies bedeutet auch, ihnen keine falschen Hoffnungen zu machen und gegebenenfalls ihre Erwartungen zu dämpfen. Sie bekommen realistischere Vorstellungen darüber, auf was sie sich einlassen, selbst, wenn das nur
bedeutet, zu wissen und sich darauf einzustellen, eben nicht zu wissen, welche
Leistungen zu erwarten sind (vgl. Hochuli Freund/Stotz 2015:49). Gerade der
zweite Teil des Lehrbuchs macht professionelles Handeln für die konkrete
Handhabung greifbar. Durch kurze Zusammenfassungen am Ende jedes Kapitels sind die wichtigsten Informationen schnell und kompakt verfügbar. Durch
mehrere Grafiken werden komplexe Vorgehensweisen und Zusammenhänge
vereinfacht und zugänglich gemacht, beispielsweise bei Analyse und Diagnose.
Die Prozessgestaltung mit einem Modell bildlich darzustellen, macht die Inhalte
einprägsamer.
Konkretisierte Standards und Arbeitshilfen ermöglichen Lernprozesse
Hochuli Freund und Stotz nennen für jeden Prozessschritt die dafür erforderlichen Kompetenzen. Es gelingt ihnen, die meisten der eher abstrakten zentralen
Kompetenzen weiter auszudifferenzieren und zu konkretisieren, sodass deren
Vorhandensein respektive Entwicklungsbedarf konkret geprüft werden kann.
Die Auseinandersetzung mit dem Konzept und seine Umsetzung führen daher
zwangsläufig zu einem Zugewinn an Wissen und Kompetenz. Durch die dargelegte, kriteriengeleitete Methodenreflexion lernen die Professionellen nicht nur
neue Methoden anzuwenden, sondern auch diese hinsichtlich ihrer Eignung zu
beurteilen, den Prozessschritten zuzuordnen und fall- und situationsspezifisch
auszuwählen. V. a. bei der Diagnose und der Interventionsplanung fliessen
theoretische Wissensbestände mit ein. Dadurch kann sich das Repertoire der
Professionellen laufend um verschiedene Lern-, Entwicklungs- und Sozialisationstheorien oder Handlungskonzepte erweitern. Zugleich findet bei der prak41