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Konsequenzen und Perspektiven

nimmt (z.B. Williams & Hawkins 1989, Dugan 2003). Allerdings sind die vorliegenden Forschungsergebnisse nicht gänzlich einheitlich, auch scheinen nicht alle Bevölkerungsgruppen gleich auf staatliche Strafdrohungen zu reagieren. Zudem sind andere Erklärungen des vorliegenden Zusammenhanges möglich, beispielsweise könnte die Härte gesetzlicher Regelungen nur die ohnehin vorhandene Einstellung in der Bevölkerung gegen Partnergewalt widerspiegeln (für eine aktuelle Erörterung siehe Williams 2005). Trotzdem ist generell ein vorsichtiger Optimismus hinsichtlich einer präventiven Wirkung konsequenten juristischen Vorgehens gegen Partnergewalt gerechtfertigt. Aus der Bundesrepublik scheint aber nicht bekannt, inwieweit hier veränderte Maßnahmen der Polizei und Justiz gegen Partnergewalt von der Bevölkerung überhaupt wahrgenommen werden und mit Veränderungen in den Haltungen zu Partnergewalt und in der Häufigkeit von Partnergewalt einhergehen. In vielen Frauenhäusern und einigen Städten (z.B. Karlsruhe: Heynen 2005) existieren Gruppenangebote für Kinder, die Partnergewalt miterleben mussten. Diese Angebote sollen Kinder zuallererst entlasten und bei der Bewältigung ihrer Erfahrungen unterstützen (für eine Übersicht über verschiedene Programme siehe Kindler 2002). Mitgedacht wird häufig aber das Ziel, ein späteres Ausüben oder Erdulden von Partnergewalt unwahrscheinlicher zu machen. Ob dies gelingt ist gegenwärtig allerdings noch unklar, da bislang keine Langzeitevaluationen vorliegen. Mehrere vorhandene Kurzzeitevaluationen (für eine Forschungsübersicht siehe Graham-Bermann 2001) deuten aber darauf hin, dass die psychische Belastung und das Ausmaß an Problemverhaltensweisen bei vielen der teilnehmenden Kinder vermindert werden kann. Langfristige Effekte sind demnach zumindest nicht ausgeschlossen, aber auch nicht belegt. Wenngleich in der Bundesrepublik noch weitgehend unbekannt, wird Gruppenarbeit mit Jugendlichen zur Förderung von Beziehungsfähigkeiten und zur Stärkung der Ablehnung von Partnergewalt international vielfach als ein bedeutsames Kernelement von primären Präventionsprogrammen gegen Partnergewalt angesehen. Mehrere Programme wurden veröffentlicht (z.B. Wolfe et al. 1996, Foshee & Langwick 2004). Generell beschäftigen sich die Programme mit Einstellungen gegenüber Gewalt und Zwang in Beziehungen, sowie dem Umgang mit Macht und Konflikten. Neben Informationseinheiten werden vielfach auch Rollenspiele eingesetzt. Einige Programme (z.B. Wolfe et al. 2003) konzentrieren sich auf Jugendliche, die aufgrund von Misshandlungserfahrungen in der Kindheit einem erhöhten Risiko von Partnergewalt ausgesetzt sind. Die Mehrzahl der Programme wendet sich jedoch an unausgelesene Gruppen von Jugendlichen (z.B. Schulklassen). Gegenwärtig liegen etwas mehr als zehn Wirkungsstudien zu solchen Programmen vor (für eine Forschungsübersicht siehe Whitaker et al. im Druck). Demnach scheint es den erprobten Programmen überwiegend zu gelingen über Partnergewalt zu informieren und die Ablehnung von Gewalt zu stärken. Bei zwei Nach-