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Konsequenzen und Perspektiven
diskutiert und teilweise von demokratisch legitimierten Institutionen verabschiedet wurde (z.B. BMFSFJ 1999, Ministry of Social Development 2002). Aufgabe dieses Beitrags ist die Zusammenfassung des Diskussionsstandes zu einem notwendigen Bestandteil einer solchen gesamtgesellschaftlichen Strategie, der bislang allerdings etwas am Rande der Diskussion und Forschung steht (Edleson 2000). Die Rede ist von Ansätzen zur primären Prävention von Partnergewalt.
Prävention und Präventionswissenschaft Um die Chance auf wirksamer Prävention zu vergrößern ist eine systematische, empirisch fundierte Herangehensweise in der Regel günstig (Nation et al. 2003). Im Folgenden werden die wichtigsten Begrifflichkeiten und Grundlagen für eine systematische Herangehensweise kurz erläutert, die zum Verständnis des im Anschluss dargestellten Forschungsstandes und darauf aufbauender Perspektiven hilfreich sind. Im Sozial-, Gesundheits- und Rechtswesen bezeichnet der Begriff der Prävention allgemein Strategien, die darauf abzielen unerwünschte oder mit Leid verbundene Formen menschlichen Verhaltens oder Erlebens zu verhindern, möglichst rasch zu beenden oder mögliche, noch nicht eingetretene Folgewirkungen abzumildern (für eine Übersicht zu verschiedenen Definitionen von Prävention siehe Bloom 1996). Angewandt auf den Bereich Partnergewalt kann daher von Prävention gesprochen werden, wenn das erstmalige Auftreten gewaltförmigen Verhaltens in Partnerschaften verhindert werden soll, wenn wiederkehrende Gewalt möglichst rasch, vollständig und dauerhaft beendigt werden soll oder wenn möglichen negativen Folgen von Partnergewalt vorgebeugt werden soll (z.B. in der Arbeit mit Kindern, die Partnergewalt miterleben mussten). Die Abgrenzung zum Begriff der Intervention ist unscharf. Nach einer auf Caplan (1961) zurückgehenden, feiner ausdifferenzierten Begrifflichkeit wird von „primärer“ Prävention gesprochen, wenn besonders die Anzahl der Personen, die erstmals Gewalt in einer Partnerschaft anwenden oder erleben müssen bzw. die Anzahl der Partnerschaften, in denen erstmals Gewalt auftritt, vermindert werden soll. Primäre Prävention setzt also ein bevor Partnergewalt in einer Beziehung bzw. in einem Lebenslauf zum Problem wird. Weitergehende begriffliche Unterscheidungen sind verbreitet. So werden etwa in Anlehnung an das amerikanische Institute of Medicine (1994) Maßnahmen primärer Prävention, die sich generell an die Bevölkerung wenden (z.B. Medienkampagnen) als „primäre universelle“ Prävention bezeichnet, während bei Programmen, die sich gezielt an Personen richten, die ein erhöhtes Risiko aufweisen, Partnergewalt auszuüben bzw. Partnergewalt erleben zu müssen, von „primärer selektiver“ Prävention gesprochen wird. Prävention hat generell in ihrer Geschichte, aber auch bezogen auf die Prävention von Gewalt in Familien (hierzu zählen etwa Kindesmisshandlung, Ver-