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Unterstützung für Mädchen und Jungen bei häuslicher Gewalt
in der Arbeit mit Gewalt erfahren sein sollte. Zudem war uns der interkulturelle Aspekt wichtig. Durch die Kontaktaufnahme zu verschiedenen Einrichtungen, die Gewaltprävention und geschlechtsspezifische Arbeit machen, ist
es uns gelungen, einen Sportpädagogen mit eigenem Migrationshintergrund
zu finden. Er stammt aus dem Iran und lebt seit 20 Jahren in Deutschland.
Persisch ist seine Muttersprache und zusätzlich zur deutschen Sprache bestehen Kenntnisse in Türkisch und Arabisch.
Das Konzept
Die Jungengruppe des Frauenhauses Norderstedt ist offen für Jungen im Alter von 5-10 Jahren, die Gewalt erlebt haben. Die untere Grenze von 5 Jahren
ist sinnvoll, da viele Jungen erst in diesem Alter intellektuell, sprachlich und
motorisch soweit entwickelt sind, um sich auf den verschiedenen Ebenen mit
dem Thema Männlichkeit auseinandersetzen zu können. Zudem ist ihnen in
diesem Alter bewußt, dass ihr Geschlecht festgelegt ist und sie beginnen gezielt mit der Suche nach männlichen Vorbildern.
Die Jungen haben häufig unterschiedliche Formen der Gewalt über einen
längeren Zeitraum erlebt, entweder verbal, als körperliche Gewalt innerhalb
der Familie oder während des Trennungsprozesses der Eltern. Sie sind entweder selbst angegriffen worden oder haben die Gewalt der Eltern als Zeugen
miterlebt.
Ein anderer Teil der Gruppe besteht aus Kindern, die in Kindergarten und/
oder Schule häufig von Mitschülern angegriffen werden und in gewalttätige
Auseinandersetzungen verwickelt sind. Sie reagieren entweder mit langfristigem Rückzug oder mit ebenfalls gewalttätigem Verhalten.
Informationen über die Gruppe erfolgen über die regionale Presse und
über Flyer, die in vier verschiedenen Sprachen, in allen öffentlichen Einrichtungen im Raum Norderstedt ausgelegt sind. Die Flyer sind in ihrer Aufmachung so gestaltet, dass sie Kinder auch direkt ansprechen.
Die Aufnahme der Jungen in die Gruppe erfolgt über ein telefonisches
Aufnahmegespräch mit den Eltern / einem Elternteil, in dem die Gewalterfahrungen und deren Auswirkungen auf die Jungen von den Mitarbeiterinnen
des Frauenhauses abgefragt werden. Zwei Mitarbeiterinnen des Kinder- und
Mütterbereiches des Frauenhauses sind feste Ansprechpartnerinnen für die
Gruppe und die Eltern.
Die erlebte Gewalt und die Auswirkungen auf die Jungen sind auch ein
Problem der ganzen Familie, deshalb werden parallel zur Jungengruppe Gespräche für die Eltern angeboten. So haben diese die Möglichkeit, ein besseres
Verständnis für ihre Söhne zu entwickeln und werden von Anfang an in den
Entwicklungsprozess der Kinder mit einbezogen.