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Kinder im Frauenhaus - Schutz, Unterstützung, Perspektiven
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So entwickelte sich eine sehr differenzierte und spezialisierte Arbeit sowohl
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innerhalb des Kinderbereiches als auch im gesamten Frauenhausteam. Die
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Parteilichkeit für Frauen und die Parteilichkeit für Kinder zu trennen, empfanden wir in der Anfangsphase unseres Frauenhauses als notwendigen
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Schritt, um die Bedürfnisse, Interessen und Nöte der Mädchen und Jungen
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stärker in den Blick zu bekommen und unser pädagogisches Konzept danach
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auszurichten.
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Die Arbeit im Kinderbereich basierte ausschließlich auf der Parteilichkeit
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für Mädchen und Jungen. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie können wir
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die Bedürfnisse der Kinder durchsetzen, gegebenenfalls auch gegen die Interessen der Mütter und gegen die Intentionen der Mitarbeiterinnen des Frauenbereichs? So wurde jede Mitarbeiterin des Kinderbereichs zur Anwältin
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der Mädchen und Jungen und zu einer verlässlichen Bezugsperson, die ihnen
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immer dann zur Seite stand, wenn die Mutter auf Grund ihrer eigenen Belastungen nicht in der Lage war, die Bedürfnisse ihrer Kinder wahrzunehmen
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oder sogar gegen diese handelte.
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Obwohl alle Mitarbeiterinnen des Frauenhauses dieses Konzept der Arbeit
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mit den Kindern inhaltlich unterstützten, kam es immer wieder zu Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung. Häufig mussten die Mitarbeiterinnen
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in der pädagogischen Arbeit mit den Mädchen und Jungen um Unterstützung
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ihrer Arbeit ringen und waren gezwungen, ihre spezifischen professionellen
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Interessen gegen Widerstände im Team durchzusetzen, so etwa bei Neueinstellungen, bei der Zuteilung von Zeitbudgets oder bei der Zuordnung von
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Räumen.
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Probleme innerhalb des Frauenhausteams gab es immer auch dann, wenn
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die jeweilige Parteilichkeit der Mitarbeiterinnen aufeinander prallte. Autonomie und Selbstbestimmung der misshandelten Frauen zu stärken und sie zu
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entlasten, ist das vorrangige Ziel der Mitarbeiterinnen des Frauenbereichs.
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Wenn aber die betroffenen Frauen ihre eigenen Kinder misshandeln, überfordern, vernachlässigen oder unangemessen betreuen, muss es zwangsläufig zu
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einem Konflikt mit den pädagogischen Mitarbeiterinnen des Kinderbereichs
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kommen, die nicht mehr bereit sind, sich mit den Müttern zu solidarisieren.
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Die strikte Aufteilung der Teamparteilichkeiten auf Frauen und Kinder bedurfte also einer eingehenden Diskussion und Weiterentwicklung. Zu diesem
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Zweck führten wir Supervisionen, Organisationsberatungen und Qualitätszirkel durch.
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Ein wesentliches Ergebnis dieses Diskussionsprozesses war die Erkenntnis, dass die von Gewalt betroffenen Frauen gleichzeitig in ihrer Autonomie
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und in ihrer Rolle als Mutter gestärkt werden müssen. Frauen, die auch nach
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dem Auszug aus dem Frauenhaus mit ihren Kindern zusammen leben, müssen (wieder) befähigt werden, eigenverantwortlich die Interessen und Bedürfnisse ihrer Töchter und Söhne wahrzunehmen und häufig verschüttete
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oder verloren gegangene mütterliche Kompetenzen zu reaktivieren oder auszubilden. In der psycho-sozialen Arbeit des Frauenbereiches galt es daher,
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