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Herausforderungen an die soziale und pädagogische Arbeit
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Die kulturell und gesellschaftlich geprägten Geschlechter- und Generationenordnungen beeinflussen das Verhaltensrepertoire von männlichen und weiblichen Jugendlichen und können einen unterschiedlichen Umgang mit Aggressionen bzw. einen unterschiedlichen Zugang zur Gewalt bedingen. So gilt
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offensiv destruktives, gewalttätiges Verhalten von Mädchen und Frauen auch
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heute noch eher als Kontrollverlust und „unweiblich“, wird als deviantes Verhalten stärker skandalisiert, als dies für eben solches männliche Verhalten gilt.
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Männliche Gewalttätigkeit wird häufig mit Durchsetzungskraft gleichgesetzt,
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wird als Kontrollmöglichkeit und als mehr oder minder legitimes Mittel der
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Machtausübung bewertet. Männlichkeit und Gewalt gehen gemäß dieser Vorstellungen eine enge Verbindung ein und können insbesondere auf männliche
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Jugendliche, die ihre Männlichkeit in der verunsichernden Zeit der Adoleszenz unter Beweis stellen müssen, Gewalt legitimierend oder gar verstärkend
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wirken. Der „entwicklungsbedingte Widerspruch zwischen Autonomiebedürfnis und seiner Realisierbarkeit“ (Enzmann in Gause/Schlottau 2002: 35)
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kann dann auch zu Frustrationen, zur Überforderung und in der Folge zu
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kompensatorischem gewalttätigen Ausagieren bei männlichen Jugendlichen
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führen, deren männliche Identität sich als besonders labil erweist. Aber auch
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Marginalisierungserfahrungen, gepaart mit tradierten Männlichkeitsnormen
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von Dominanz und Herrschaft, wie sie z. B. mitunter von männlichen türkischen Jugendlichen erlebt werden, können gewalttätige Verhaltensweisen
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begünstigen (vgl. Henschel in Bassarak et al 2004: 161-166).
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Männliche Jugendliche, die mit ihren Müttern Frauenhäuser aufsuchen,
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haben in der Regel wiederholt unmittelbare oder mittelbare Gewaltanwendungen durch ihre Väter bzw. die Partner der Mütter beobachten oder erfahren müssen. Sie selbst waren entweder selbst körperlicher, seelischer oder
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sexualisierter Gewalt ausgesetzt oder mussten erleben, wie ihre Mütter oder
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Geschwister den Gewalttätigkeiten des Partners und Vaters nicht entkommen
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konnten. Aufgewachsen in einer Atmosphäre, die durch Gewalt, Angst und
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Unterdrückung gekennzeichnet war, fühlen sie sich diesen Erfahrungen häufig schutzlos ausgeliefert. Sie fühlten sich schuldig, weil es ihnen nicht gelang,
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der väterlichen Gewalt Einhalt zu gebieten oder weil sie sich selbst als Auslöser für die Gewalthandlungen der Männer verstehen (vgl. Henschel 1993).
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Folgen dieser Erfahrungen können schwere Traumata, Entwicklungsverzögerungen, Anpassungsstörungen, Aufmerksamkeits- und Lernstörungen,
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Verhaltensauffälligkeiten etc. sein. Spezifisches Risikoverhalten, wie z. B.
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Schulverweigerung, Kriminalität oder aber mangelnde Empathie- und Konfliktfähigkeit können sich hieraus entwickeln oder aber dazu beitragen, dass
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sich der „Kreislauf der Gewalt“, die inter-generationelle Weitergabe von Gewalt herausbilden. Die Beobachtung und die Erfahrung von Gewalt zwischen
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den Eltern bzw. gegenüber der Mutter können dazu beitragen, dass insbesondere Jungen Gewalt als adäquates Verhalten erlernen, als legitimes Mittel zur
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Interessendurchsetzung und Konfliktbewältigung begreifen.
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