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Therapeutische Arbeit mit Kindern, die häusliche Gewalt erlebt haben
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dem eine Reihe von Symptomen wie z.B. Übererregtheit, Flash-backs, Alpträume und Ängste zusammengefasst beschrieben werden.
Es kann davon ausgegangen werden, dass rein statistisch gesehen männliche Kinder und Jugendliche eher extrovertierte, also nach außen, an die Umwelt gerichtete Symptomatiken entwickeln. Mädchen/weibliche Jugendliche
reagieren eher introvertiert und richten ihre Spannungen und negativen Gefühle gegen das eigene Selbst. Diese Tendenz der geschlechtsspezifischen Ausprägung von Symptomentwicklung legt nahe, dass es auch in der Psychotherapie
sowie Prävention, sozialpädagogische Unterstützung und Gruppenangebote
für Mädchen und Jungen um unterschiedliche Entwicklungsbereiche gehen
muss: Neben der Stärkung und positiven Besetzung der eigenen individuellen weiblichen oder männlichen Geschlechtsidentität ist es speziell für Jungen wichtig, ihr Gefühlsleben wahrzunehmen und auch unangenehme Emotionen wie Ohnmacht, Schwäche, Traurigkeit, Versagen als menschlich und
zu sich zugehörig zu erleben. Erst dann kann ein Umgang damit entwickelt
werden und nicht - zur Abwehr dieser oft als „unmännlich“ definierten Empfindungen - eine Flucht stattfinden in männlich-schablonenhafte, oft auch gewalttätig-aggressive, Verhaltensmuster. Für Mädchen und junge Frauen ist
es wichtig, ihre sehr wohl vorhandenen aggressiven Impulse wahrzunehmen
und diese offen und konstruktiv in der Vertretung ihrer Bedürfnisse und Abgrenzung gegenüber anderen einzusetzen.
Die Familie ist für Kinder der Ort, an dem sie in der Bindung zu ihren
primären Bezugspersonen Sicherheit erleben sollten. Hier machen sie grundlegende Erfahrungen im menschlichen Miteinander, die es ermöglichen, sich
selbst als wertvoll zu erleben, die Umwelt zu erkunden und zu erforschen sowie befriedigende Beziehungen zu anderen Menschen außerhalb der Familie
aufzubauen. Ergebnisse aus der Hirnforschung bestätigen die basale Bedeutung früh erworbener und häufig aktivierter Erfahrungs- und Beziehungsmuster, die
bestimmte Bahnungen im Gehirn unterstützen, andere verkümmern lassen
und somit die Basis für Verarbeitungsschemata bilden, in die weitere Erfahrungen eingeordnet werden.
Kinder und Jugendliche, die solche oder ähnliche Erfahrungen wie meine jugendliche Patientin gemacht haben, brauchen zunächst Sicherheit. Sicherheit vor der weiteren Gefahr, erneut Übergriffe miterleben zu müssen.
Sicherheit vor der Angst, der Mutter könne ernsthaft etwas geschehen oder
sie selbst könnten direkte Misshandlung erfahren ( das Risiko, irgendwann
selbst misshandelt oder missbraucht zu werden ist um ein Vielfaches erhöht).
Wenn ein Kind nicht sicher sein kann, dass ihm oder der Mutter nichts geschieht, muss im Umfeld Arbeit geleistet werden, bevor eine Psychotherapie
hilfreich und heilsam wirken kann. D.h. ein Ineinandergreifen rechtlicher und
sozialpädagogischer Schutz- und Stützmaßnahmen bildet die Basis, damit ein
Kind sich auf eine therapeutische Beziehung und eine mögliche Aufarbeitung
seiner seelischen Last überhaupt erst einlassen kann. Solange ein Kind weiter
Misshandlungen an der Mutter miterleben muss und in ständiger Angst lebt,