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Erfahrungen mit der „Kinderverträglichkeit“ des österreichischen Gewaltschutzsystems
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Hilfen für Kinder in der Wiener Interventionsstelle
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Die Arbeit mit den Kindern ist im Konzept der Wiener Interventionsstelle
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als eigener Bereich vorgesehen (Fröschl/Logar 1996). Die Situation der Kinder und Fragen ihrer Sicherheit soll immer in die Unterstützungsarbeit für
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die Mutter einbezogen werden. Weiter ist vorgesehen, dass mit den Kindern
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Gespräche geführt werden, um ihnen die Möglichkeit zu geben, über ihre
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Gewalterfahrungen und z.B. auch über den Polizeieinsatz zu sprechen. Dies
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ist notwendig, um die Isolation und Ausweglosigkeit, in der sich Kinder und
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Jugendliche, die in der Familie Gewalt erleiden, befinden, zu durchbrechen.
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Das Sprechen mit den Kindern ist sehr wichtig, um die erlittenen Traumatisierungen zu bearbeiten (Strasser 2001). Doch Kinder werden im Hilfesystem
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oft wenig beachtet; selbst MitarbeiterInnen von Einrichtungen, die speziell
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für Kinder zuständig sind, reden oft kaum mit den Kindern, zeigen Studien
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in England und Schweden (Humphreys 2000; Eriksson 2005; Weinehall 2005).
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Die klare Haltung, dass gewalttätiges Verhalten nicht in Ordnung ist, hilft
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den Kindern, sich von der Gewalt des Vaters (nicht unbedingt vom Vater als
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Person) zu distanzieren, verringert so ihre Schuldgefühle und gibt ihnen neue
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Perspektiven.
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Empowerment für Kinder & Mütter (KUM)
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Mitarbeiterinnen der Wiener Interventionsstelle entwickelten einen Ansatz,
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der vorsieht, dass Mütter und Kinder/Jugendliche85 unterstützt werden und
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dass die Beratung der Kinder parallel zur Beratung der Mütter angeboten
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wird. Dieser Ansatz (genannt KUM - Kinder und Mütter), hat mehrere Vorteile: Er ist familienfreundlich – die Mutter kann die Kinder zur Beratung mitbringen und die Kinder erhalten ebenfalls Unterstützung. Das hilft Müttern,
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die durch das Hilfesystem oft sehr überfordert werden.86 Ein weiterer Vorteil
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besteht darin, dass je nach Bedürfnissen von Kindern und Müttern die Gespräche phasenweise gemeinsam erfolgen können. Dies ist sehr wichtig, da
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das Ziel des Ansatzes von KUM ist, die Beziehung zwischen den Kindern und
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85 Der sprachlichen Einfachheit halber wird meist nur der Begriff Kinder verwendet, Jugendliche sind jedoch mitgemeint.
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86 Da unser Hilfesystem noch immer nicht ausreichend abgestimmt und im Sinne der Hilfesuchenden optimiert ist, müssen die Opfer nach Gewaltvorfällen viele Wege erledigen: sie müssen
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meist nochmals zur polizeilichen Einvernahme, zur Interventionsstelle, zum Familiengericht,
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zur Einvernahmen beim Strafgericht, zum Sozialamt, eventuell zu einer Kinderschutzeinrichtung etc., das Hilfesystem überfordert die Opfer häufig und fordert von ihnen, dass sie immer
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verfügbar und mobil sind; dies geht jedoch an der Realität der Hilfesuchenden vorbei und ist
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nach Erfahrung der Wiener Interventionsstelle nicht selten der Grund, warum Frauen Hilfe nicht
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in Anspruch nehmen; hier gibt es noch viel Verbesserungsbedarf, die Hilfe muss wesentlich familienfreundlicher werden, die Helfenden müssen in Zukunft mobil und noch stärker vernetzt
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arbeiten.
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