2026-001/documents/praxis/pages/216.md
KPG Mentor 0cec1b5740 feat: extract individual page markdown files from PDFs
Generated pages/ subfolders for all documents:
- arbeit: 386 pages
- praxis: 297 pages
- EPG: 11 pages

Page numbers are 0-based PDF indices matching the book viewer.
Extracted using pdftotext.
2026-03-05 11:13:56 +00:00

42 lines
2.2 KiB
Markdown

Hochuli Freund
31.7.17 S. 216
Teil 3 Fallarbeit mit KPG
Um die Kinder und Jugendlichen adäquat fördern und unterstützen zu können,
werden im Landenhof jährlich zwei Standortgespräche durchgeführt, an denen
alle wichtigen Beteiligten anwesend sind, und die anhand des ICF-Fragebogens
strukturiert werden.
2
Fallbearbeitung
Es geht bei dieser Fallbearbeitung um Lea, ein 12-jähriges Mädchen. Nach
mehreren Schnupperaufenthalten lebt Lea seit August auf dem Landenhof, besucht die Schwerhörigenschule und wohnt auf der Primarschul-Wohngruppe.
Da bei Lea selektiver Mutismus diagnostiziert wurde, erhoffe ich mir besonders
von der Diagnose wertvolle Erkenntnisse, die ich für die Begleitung nutzen
kann. Die Kooperation mit Lea sehe ich als Herausforderung, da sie jeweils nur
sehr knappe Antworten gibt und von sich aus fast nichts erzählt.
2.1
Situationserfassung
Nachfolgend werden die Ergebnisse der Situationserfassung zusammenfassend
dargestellt. Die Informationen zur Vorgeschichte basieren auf dem Aktenstudium und auf Erzählungen der Mutter. Die gegenwärtige Situation wird anhand der Beobachtungen der Professionellen geschildert.
Vorgeschichte
Lea Müller1 ist 12 Jahre alt und hat zwei Geschwister, davon eine Zwillingsschwester, zu der sie nach Aussagen der Mutter eine enge Beziehung hat. Frau
Müller berichtet, dass Lea zwischen drei und acht Jahren immer wieder deutliche Symptome eines selektiven Mutismus gezeigt habe, u. a. sozialer Rückzug,
starke Ängste, Schweigen bei Fremden, keine Kontaktaufnahme von sich aus.
Im Alter von vier Jahren wurde bei Lea eine an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit auf dem rechten Ohr diagnostiziert; links hat sie ein normales Hörvermögen.
Vom Kindergarten bis Ende der zweiten Klasse besuchte Lea eine Schule am
Wohnort. Sie wurde audiopädagogisch begleitet und erhielt intensive logopädische Förderung. Ab der dritten Klasse wurde sie in einer sog. Teilintegrationsklasse geschult. Nach Aussage der Mutter hatte sie dort einen guten Start und
fand zum ersten Mal eine richtige Freundin. Nach dem ersten Quartal jedoch
habe Lea plötzlich ein verändertes Verhalten gezeigt. Sie sei oft aggressiv und
frustriert nach Hause gekommen, habe sich über die Schule beschwert, immer
1 Der Name ist anonymisiert.
216