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Hochuli Freund
31.7.17 S. 135
KPG im Eingliederungsmanagement
erstes Bild der Fallsituation machen können, sondern sie tragen auch dazu bei,
dass die Klientin selber sich neu ein Bild macht von ihrer Situation.
2.2
Analyse
Die Aufgabe dieses zweiten Prozessschrittes wird zusammenfassend so definiert:
»Durch die strukturierte Auslegeordnung soll herausgearbeitet werden, was
genau das Thema ist in einem Fall. Die Komplexität wird durch eine gezielte
Erfassung von neuen Daten zunächst erhöht und anschliessend durch eine
strukturierte Auswertung wieder reduziert. Ziel in diesem Prozessschritt ist
die Fallthematik zu erfassen (worum geht es genau?) und daraus Folgerungen abzuleiten: Entweder herauszuarbeiten, was in einem nächsten Schritt
erklärt und verstanden werden soll (Diagnose) oder welche Unterstützung
indiziert ist (Intervention).« (Hochuli Freund/Stotz 2015:212f.)
Unter einer Analyse wird die systematische Untersuchung eines Sachverhaltes
verstanden: Informationen werden nach im Voraus bestimmten Kriterien
gebündelt und untersucht, und die so entstandene Auslegeordnung wird beurteilt und interpretiert. In der Literatur der Sozialen Arbeit steht heute eine
kaum überschaubare Vielzahl an Analysemethoden und -instrumenten zur
Verfügung.6 In vielen Praxisorganisationen in den Arbeitsfeldern des Eingliederungsmanagments sind spezifische Analyseinstrumente vorhanden (die
möglicherweise auch als Assessment- oder Screening-Instrumente bezeichnet
werden). Im Konzept KPG werden die verschiedenen Analysemethoden folgendermassen kategorisiert:
• Notationssysteme: Falldaten und themenbezogene Aussagen werden in einer
bestimmten Struktur (Grafik, Liste, Schema) visualisiert, sodass eine themenbezogene Bewertung möglich wird. Beispiele: Genogramm, Netzwerkkarte,
Zeitstrahl etc.
• Analyse durch Reflexion des eigenen Erlebens: eine Methode für die Professionellen, bei der sie eigene Emotionen nutzen und reflektieren, um eine Falldynamik und -thematik zu erkennen.
• Methoden der Perspektivenanalyse: Die Sichtweisen und Einschätzungen verschiedener Beteiligten werden eruiert mit Hilfe von Fragen wie z. B. bei Müller (2012:139): Was ist für wen ein Problem? Wer hat welches Anliegen?,
etc.
6 Eine gute Übersicht findet sich in den Sammelbänden Heiner 2004a und Schrapper
2004. Die Unübersichtlichkeit wird noch gesteigert durch eine uneinheitliche Verwendung der Begriffe Analyse und Diagnose; die systematische Unterscheidung zwischen den beiden Begriffen ist eine der Besonderheiten der Methodik KPG.
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