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Hochuli Freund
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31.7.17 S. 18
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Teil 1 Konzeptionelle Grundlagen
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sich auch im Diskurs in der Sozialen Arbeit wieder. In der Vergangenheit galt
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lange Zeit eine altruistische Motivation mehr als eine Qualifikation und professionelle Eigenschaften (vgl. Erler 2012:115). Mittlerweile steht zunehmend die
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Qualität im Zentrum, die sowohl an Produkt bzw. Qualität der Hilfen, als
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auch an Können und Fachlichkeit der Sozialarbeitenden festgemacht wird. Professionalität wird »als gekonnte Beruflichkeit, als Ausdruck qualitativ hochwertiger Arbeit bewertet, vorausgesetzt oder angestrebt« (Busse/Ehlert 2012:85).
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Professionalität dient auch als Unterscheidungs- und Gütekriterium gegenüber
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Laien und Nichtfachkräften, um »richtiges oder gutes berufliches Handeln von
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falschem oder schlechtem Handeln abzugrenzen« (ebd.). Neben der Abgrenzung nach aussen geht es dabei auch um Selbstvergewisserung im Sinne eines
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reflexiven Vorgehens. Professionalität ist jedoch keine feste, klar definierte
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Grösse, sondern eher eine Idealvorstellung und schwammige normative Vorgabe zur Orientierung und Reflexion in Studium und Praxis (vgl. ebd.).
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Der Begriff Handeln stammt aus dem mittelhochdeutschen »mit den Händen
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fassen, bearbeiten; tun« bzw. vom althochdeutschen Wort hantalön »berühren;
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bearbeiten« (Duden o. J.b). Gemeint ist damit also eine Bewegung, etwas zu
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greifen und zu spüren, in der Absicht es zu bearbeiten. Beim Handeln besteht
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ein expliziter Bezug zu Arbeit, wie auch bei Professionalität. Die beiden Begrifflichkeiten sind eng aufeinander bezogen. Analog zur Kommunikationstheorie
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formuliert Callo, dass ein Mensch nicht nichts tun kann (vgl. 2005:61). Das
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Tun findet ständig und zunächst undefiniert statt. Erst durch ein Ziel und die
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Verwendung von Instrumenten entsteht Struktur und erhält professionelles
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Handeln Bedeutung. Es wird möglich, gegenüber beliebigem Tun zu unterscheiden und Tätigkeiten spezifische Anforderungen beizumessen. Professionelles
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Handeln ist – wenn der Exkurs zu den beiden Begriffen wieder zusammenführt
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wird – also eine Kombination aus Qualität und Handlung. Professionalität und
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professionelles Handeln lassen sich nahezu gleichsetzen, beide schliessen sie
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eine Tätigkeit ein. Dennoch ist die Bezeichnung professionelles Handeln mit
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dem Fokus auf Aktivität und Handlung besser geeignet, um damit die statischen Anteile von Professionalität wie Qualifizierung, Abgrenzung und Status
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nicht zu gewichten. Es geht daraus besser hervor, dass eine praktische Ausrichtung besteht und es sich nicht um intuitives und zufälliges, sondern um bewusstes Vorgehen handelt.
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Damit ist mit professionellem Handeln ein begrifflicher Rahmen definiert,
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der zunächst allerdings eine Worthülse bleibt. Denn es stellt sich die Frage, was
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die fachliche Qualität des Handelns inhaltlich konkret ausmacht und welche
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Anforderungen an die Professionellen gestellt werden müssen. Becker-Lenz und
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Müller kommen zum Urteil, dass immer noch unklar zu sein scheint, welche
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Vorgehensweisen im beruflichen Kontext der Sozialen Arbeit als professionell
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eingestuft werden können (vgl. 2009:9). »Es könnte dann in der Praxis im
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schlimmsten Fall eine relative Unverbindlichkeit und Beliebigkeit im professionellen Handeln festzustellen sein« (ebd.). Von Spiegel stellt noch etwas genauer
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dar, dass Professionelle, trotz institutioneller Vorgaben, im Alltag häufig relativ
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autonom entscheiden und handeln können oder, etwas salopper ausgedrückt,
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›machen können, was sie wollen‹. Bis auf rechtsverbindliche Vorschriften gibt
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