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Klettergarten-Projekt organisieren, die feministische Sozialarbeiterin
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hingegen Mädchenabende zu sexueller Aufklärung und zu Lebensvisionen
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als junge Frauen. Letztere wird jedoch erkennen können, wenn im
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Jugendtreff gerade keine geschlechtshomogenen Abende angesagt sind,
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und erstere trotz eigener Aktivitätsbegeisterung auch ›Chill-Abende‹
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begleiten und das Kletterprojekt zeitweise ruhen lassen.
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Persönliche Verstrickungen lassen sich oft erkennen durch die Überprüfung
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der Zielsetzung: Geht es wirklich um Ziele der Klienten? Geht es bei der
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Arbeit an der Zielerreichung um die Klienten, oder um die Sozialarbeiterin
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selbst und ihre Selbstbestätigung? Dabei können selbstkritische Fragen
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hilfreich sein (z. B.: Wo ist mir etwas selbst so wichtig, dass ich es
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ungeachtet aller Widerstände von Klienten und Kolleginnen unbedingt
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realisieren will? Wo muss etwas unbedingt gelingen? Bin ich übermäßig
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aktiv? u. a. m.). Um solche persönlichen Verstrickungen und Kränkungen
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überhaupt erkennen zu können, ist immer wieder und immer wieder von
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Neuem eine Auseinandersetzung mit der eigenen Person erforderlich. Dies
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muss nicht nur als Aufgabe und Last, sondern kann auch als Chance zu
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ständiger Selbsterkenntnis und persönlichem Wachstum verstanden
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werden: Es ist ein Vorteil von Professionen, da hier die eigene Person als
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Arbeitsinstrument genutzt wird.
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13.4
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Monitoring und Controlling
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In der Methodik Case Management haben sich im Zusammenhang mit der
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Intervention im engeren Sinne die Begriffe ›Controlling‹ und ›Monitoring‹
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etabliert. Sie umfassen neben der Koordination von
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Unterstützungsleistungen auch das Aufrechterhalten eines angemessenen
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Informationsflusses unter den Beteiligten sowie die Be- und Auswertung
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von Leistungen und Maßnahmen (vgl. Neuffer 2013:130 ff.). Zielsetzung von
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Controlling im Sinne eines Qualitätsmanagements ist es, Effektivität und
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Effizienz von Interventionen zu prüfen und Optimierungsmöglichkeiten
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aufzuzeigen. Nach dem Bundesministerium hat ein Controllingsystem die
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Zielsetzung einer »ethische[n] Verpflichtung zu höchster Professionalität
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und Effizienz gegenüber Hilfesuchenden sowie (…) zur Ermöglichung
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motivierender Erfolgserlebnisse durch systematische
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Rückkoppelungen« (1996:31). Da in der Sozialen Arbeit die Wirksamkeit
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von professionellen Unterstützungsleistungen kaum gemessen werden
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kann und die Zielerreichung oft nicht linear erfolgt, hat das
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Monitoringkonzept den Prozess der Unterstützung und dessen
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Rahmenbedingungen zu fokussieren (vgl. Neuffer 2013:132 f.). Im
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Controllingprozess soll der Fallverlauf gesteuert, geregelt und geleitet
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werden, um die fachlichen Standards zu sichern (dass z. B. nach einem
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bestimmten Konzept gearbeitet wird, das den Erfordernissen in einem Fall
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angemessen ist). Im Organisationszusammenhang wird zwischen
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strategischem und operativem Controlling unterschieden. Während sich
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ersteres auf den Gesamtablauf in einem Prozess richtet, orientiert sich
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operatives Controlling am Umsetzen der vereinbarten Ziele und fokussiert
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