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Dies verlangt von den Professionellen hohe fachliche und kommunikative
Kompetenzen, geht es doch um eine konsensorientierte Vermittlung
verbunden mit dem Einbringen von inhaltlichen Anliegen und der
Ermöglichung von Partizipation. Schwabe hat dafür den Begriff des selbstreflexiven mitbetroffenen Verhandlungspartners geprägt. Dieser »hat
inhaltliche Präferenzen, muss diese aber nicht durchsetzen. Ist an Konsens
interessiert, kann sich aber auch parteilich engagieren. Versucht zu
vermitteln, vertritt aber auch eigene Positionen bzw. Interessen. Wechselt
zwischen neutraler und solidarischer Position und macht diese transparent.
Weiß um das Prekäre der eigenen Rolle: Unterstützer der andern und
zugleich Vertreter von eigenen Positionen« (ebd.:283). Je nach Auftrag und
Setting kann sich diese Position mehr zur Position der Durchsetzerin
verschieben (wie z. B. bei Kindesschutzaufgaben) oder der Vermittlerin
(wie z. B. bei Gruppenprozessen).
11.4
Formulierung von Zielen
Gute Zielformulierungen stellen eine Herausforderung dar, denn sie müssen
verschiedensten Qualitätsanforderungen genügen.
Einerseits finden sich mancherorts zu offene, wenig präzise Ziele, (wie
z. B. Verbesserung des Sozialverhaltens, erhöhter Selbstwert).
Andererseits gibt es auch zu ausführliche Zielbeschreibungen, die jedes
Detail festhalten und keinerlei Spielraum lassen (z. B. Der Übergang des
Jungen F nach dem wöchentlichen Besuch der Mutter ist so zu gestalten,
dass der diensthabende Sozialpädagoge im Rahmen eines Einzelkontakts
während einer Viertelstunde mit F die Erlebnisse des Nachmittags
durchgeht, ihm die Möglichkeit gibt, wieder einen guten Kontakt zur Gruppe
zu schaffen und F nach dieser Zeit wieder auf die Wohngruppe führt.). Auch
Negativ-Ziele mit Fokus auf das Verhindern unerwünschter Zustände oder
Verhaltensweisen (wie z. B. schlägt nicht mehr zu, verweigert nicht
mehr) sind häufig sehr global, in jedem Fall wenig motivierend und daher
zu vermeiden. Ziele sollen immer positiv, als Anstrebensziele formuliert
sein. Oftmals haben die Beteiligten durchaus eine Vorstellung vom
erwünschten Sollenszustand.
Ziele sollen in einem Unterstützungsprozess eine handlungsleitende
Funktion erfüllen. Im Zuge der Entwicklung von Managementprozessen in
der Sozialen Arbeit werden vermehrt organisationsspezifische Bögen für
Zielformulierungen entworfen, die für die Zielvereinbarung mit Klienten
über einen bestimmten Zeitraum eingesetzt werden. Meist gehen sie von
der Idee einer statischen Zielplanung aus, die u. a. wenig berücksichtigt,
dass die Arbeit mit Zielen in der Sozialen Arbeit flexibel zu gestalten ist (vgl.
hierzu Pantuček -Eisenbacher 2019:105 ff.)
Bildungs- und Unterstützungsziele
Wir haben ausgeführt, dass Ziele einen Soll-Zustand umschreiben, Aussagen
nach dem Wohin und Wozu enthalten. Dabei ist je nach gewählter Zielform
nicht ganz klar, für wen die gefundenen Ziele gelten, für Klientinnen, für