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erfolgen können. (Diesen Sachverhalt könnte man mit Hilfe einer
Entwicklungs- oder psychoanalytische Theorie noch mehr erhellen). Auf
Grund des fallbezogenen Wissens, dass P. seinen Vater im Alter von 3
Jahren durch Selbsttötung verlor und seine Mutter durch mehrere
Klinikaufenthalte zeitweise abwesend war und er in verschiedenen Orten
untergebracht war, kann angenommen werden, dass altersgemäße
Bedürfnisse wohl nur in sehr beschränktem Masse erfüllt worden sind
und P., sich selbst überlassen, Strategien erlernen musste, um das Alleingelassen-Werden mit ungestillten Bedürfnissen nicht zulassen zu müssen.
Im narrativen Interview, das mit ihm beim Eintritt in die Einrichtung
geführt wurde, hat er erzählt, dass er sich jeweils in eine Ecke verkrochen
habe, wenn alle so böse mit ihm gewesen seien. Sich zurückziehen, mit
niemandem zu sprechen scheint eine Strategie zu sein, sich vor diesen
Gefühlen der Ohnmacht zu schützen. Man kann sich auch vorstellen, dass
der häufige Cannabiskonsum im Sinne einer Selbstmedikation eine
zusätzliche Bewältigungsstrategie darstellt, um sich vor allem, was ihm
bedrohlich vorkommt, abzuschotten. So sagt er selbst, dass er den
Konsum eigentlich verabscheue, dass es ihm aber die Möglichkeit
verschaffe, sich den Druck vom Leib zu halten.
Erklärende Hypothesen (Lebensbewältigungskonzept)
Aus diesen theoriegeleiteten Fallüberlegungen lassen sich folgende
erklärende Hypothesen zur Fallthematik bilden:
• Weil in P. immer dann, wenn er sich vor Anforderungen gestellt sieht,
die er als nicht bewältigbar einschätzt, Gefühle von Hilf- und
Machtlosigkeit wie auch von Versagen ausgelöst werden und sich in
ihm durch diese starke Verunsicherung viel Druck aufbaut, reagiert er
mit der biografisch erfolgreich erlebten Bewältigungsstrategie
Rückzug von der Außenwelt.
• Weil er kein grundlegendes Vertrauen in andere Menschen entwickeln
konnte und er in sozialen Situationen vor allem Gefühle von
Hilflosigkeit und eigener Wertlosigkeit erlebt, vermeidet er soziale
Kontakte so weit wie möglich.
• Weil P. sowohl eine dauernde Freisetzung von der Arbeitswelt erfährt
als auch mit gesellschaftlichen Zuschreibungen eines jungen Mannes
konfrontiert ist, die er als Zumutung erlebt, lösen Anforderungen von
außen in ihm Gefühle von Zurückgeworfensein auf seine ungestillten
Grundbedürfnisse aus, auf die er mit Ausweichen, Passivität, Schweigen
reagiert.
Fallüberlegungen vor dem Hintergrund der psychosozialen
Entwicklungstheorie
Nach der Theorie von Erikson ist der 24-jährige P. der sechsten Stufe
zuzuordnen. Da er die Entwicklungsaufgaben in diesem Stadium kaum
wahrnehmen kann, ist nach Erikson davon auszugehen, dass er solche in
früheren Stufen nicht oder nicht vollständig bewältigen konnte. Aus der
Fallbeschreibung gibt es dafür verschiedene Anzeichen z. B. betreffend