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Auseinandersetzung mit zugrundeliegenden Werten und Menschenbild
sowie ethischen Vorstellungen statt zur bewussten Ausgestaltung dieser
professionellen Grundhaltung.
6.3
Zusammenfassung der Erkenntnisse
Auf Grund der sehr geringen Standardisierbarkeit des Handelns in der
Sozialen Arbeit gibt es die Methode nicht. Methoden werden in diesem
Buch als systematische Handlungsformen betrachtet, die den
professionellen Umgang mit sozialen Problemen und Thematiken in
zielgerichteter Weise lenken. Methoden werden jeweils im Kontext eines
übergeordneten Konzepts oder einer Methodik entworfen und sie stützen
sich auf Techniken ab, die als standardisierte Verhaltensmuster in der
Arbeit eingesetzt werden können. Basis der Methoden bilden eine
Professionsethik, sozial- und humanwissenschaftliche Erkenntnisse und
eine reflektierte Berufserfahrung. Methoden sind individuell so auf die
Klientinnen abzustimmen, dass deren Eigensinn respektiert, die
Besonderheiten deren Lebenswelten berücksichtigt und die bestehenden
sozialen Netzwerke miteinbezogen werden. Methoden ermöglichen
situationsbezogenes Arbeiten und sie bestimmen Ziele, Gegenstände und
Mittel reflektierten Handelns mit. Sie sind jeweils einer kritischen
Reflexion zu unterziehen hinsichtlich Angemessenheit der Wahl und
Zielerreichung. In unserem Lehrbuch werden Methoden nach inhaltlichen
Kriterien in das Konzept Kooperative Prozessgestaltung eingeordnet. So
wird erkennbar, welchem Prozessschritt und damit welcher Aufgabe sie
zugeordnet werden können.
Methoden bieten einerseits die Möglichkeit, die Komplexität der
Aufgabenstellung zu reduzieren, anderseits verleiten sie vor allem beim
Eingriffshandeln dazu, Klienten zum Objekt von methodischem Vorgehen
zu machen. Zur Wahrung der Klientenautonomie ist es deshalb
unabdingbar, dass eine verlässliche Arbeitsbeziehung geschaffen wird,
die zur gemeinsamen Lösung einer Aufgabe verpflichtet. Methoden
können demnach nicht einfach angewendet werden, sondern sie stützen
sich ab auf besonders ausgebildete Kompetenzen und auf eine
reflektierte professionelle Haltung.
Kompetenzen verstehen wir in diesem Lehrbuch, unter fall- und
aufgabenbezogenem Beizug von Wissen Fähigkeitsdispositionen
selbstorganisiert zu realisieren, um unvorhersehbare, komplexe
Handlungssituationen angemessen zu lösen. Kompetenzen stellen
demnach innere Voraussetzungen zur Regelung von Tätigkeiten dar. Sie
werden in lebenslangen Bildungsprozessen im jeweiligen Praxisfeld
erworben. Professionskompetenz kann als ein Dispositiv von
Wissensbeständen und Kompetenzen verstanden werden, die
Sozialarbeiterinnen befähigt, in den nicht standardisierbaren
Handlungsanforderungen beruflicher Praxis Handlungsfähigkeit zu
erlangen unter Wahrung des Respekts vor der Menschenwürde des
Gegenübers. Dies verlangt die Ausbildung einer professionellen
Grundhaltung, die methodisches Handeln in der Praxis leitet.