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des Experten besiegelt (vgl. ebd.:106 fff). Der explizite Kontrakt über Ziele,
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Erwartungen und Grenzen der gemeinsamen Arbeit kann jedoch auch als
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Möglichkeit gesehen werden, dem Klienten das Recht auf eine ›informierte
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Wahl‹ zuzugestehen und damit als ein Instrument zur Garantie von
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Klientenrechten gelten (vgl. ebd.:111). Wesentlich scheint der Zugang,
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welcher das Arbeitsbündnis als Klärung des Gegenstandes begreift, damit
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das diffuse Mandat der Sozialen Arbeit gemeinsam mit Klienten
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konkretisiert wird (vgl. ebd.:112 ff.). Müller beschreibt das Arbeitsbündnis
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auch als reflektierte Selbstbegrenzung der Intervention: Es geht um die
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Reflexion von Kontraindikationen, um die Klärung der Umstände, unter
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denen ›Nichtstun‹ besser ist (vgl. ebd.:123).
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Modell ›Beziehungsfundierte Passung‹ von Heiner
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Heiner hat sich in verschiedenen Büchern zur Arbeitsbeziehung geäußert.
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Wir haben in Kapitel 5.1.1 bereits Bezug genommen auf ihre Ausführungen
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zu den institutionellen Rahmenbedingungen der professionellen Beziehung
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(vgl. Heiner 2010). Im Folgenden sollen ihre Überlegungen zur inhaltlichen
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Ausrichtung der Arbeitsbeziehung aufgegriffen werden (vgl. Heiner 2004b).
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In ihrer Untersuchung zum Selbstverständnis von Fachkräften der
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Sozialen Arbeit hat sie herausgearbeitet, dass das Modell der
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beziehungsfundierten Passung das geeignetste Handlungsmodell ist:
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Professionelle bemühen sich um eine individuelle Passung von
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Problembearbeitung und Problemlage, sie messen der systematischen
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Reflexion und Selbstevaluation eine hohe Bedeutung zu und reflektieren
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kontinuierlich die Möglichkeiten der Beziehungsgestaltung. Dieses
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Handlungsmodell sei »durch eine starke Aushandlungs- und
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Beteiligungsorientierung und eine dezidierte Förderung der
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Eigenverantwortung der KlientInnen gekennzeichnet« (ebd.:108).
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Beziehungsorientierung und Autonomieorientierung bildeten die Eckpfeiler
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für eine gelingende Passung von Problemlage und
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Problembearbeitungsmöglichkeiten (vgl. ebd.:111). Die gelingende
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Gestaltung der Beziehung zwischen Klientin und Professionellem beinhaltet
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eine angemessene Dosierung der Anforderungen und damit ein sehr
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flexibles, reflektiert experimentierendes Vorgehen und beobachtendes
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Ausprobieren, um zu individuell angemessenen Lösungen zu kommen (vgl.
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ebd.146). Während bei langjähriger, häufiger und enger Zusammenarbeit
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die Kooperation mit Klientinnen sehr partizipativ gestaltet wird – wobei die
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Verantwortung für die Produktivität des Interaktionsprozesses gleichwohl
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eindeutig bei der Fachkraft bleibt – ist bei unfreiwilligen Kontakten und
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sensiblen Themen Zurückhaltung in der persönlichen Annäherung eine
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wichtige Verhaltensmaxime (vgl. ebd.109): »Dem entwicklungsoffenen,
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ressourcenorientierten und partizipativen Vorgehen der professionell
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agierenden Fachkräfte entspricht ein exploratives und tentatives Vorgehen,
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das durch behutsame Annäherung und bewusste Zurückhaltung versucht,
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das Vertrauen der KlientInnen zu gewinnen, sie emotional zu stützen und
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zugleich durch diese Zurückhaltung zur Förderung ihrer Autonomie und
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Eigenverantwortung beizutragen« (ebd.:111).
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Heiner bezeichnet die Beziehungsgestaltung als zentrale Aufgabe und
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zugleich unverzichtbare Voraussetzung für das Erreichen anderer Ziele (vgl.
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ebd.:146). Die Beziehung muss durchaus nicht konfliktfrei sein, um
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