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Hochuli Freund
31.7.17 S. 69
Denken und Handeln
• Ein professioneller Umgang mit komplexen Situationen basiert gemäss Schön auf einem Prozess der Problembestimmung und dann der Problemuntersuchung. Dieser Problembestimmungs- und -untersuchungsprozess braucht einen theoretischen Bezugsrahmen – das Konzept KPG bietet diesen Rahmen! • Auch für diesen experimentierenden Untersuchungsprozess kann Gigerenzers Postulat hilfreich sein, nach möglichst einfachen Lösungen zu suchen. In die gleiche Richtung geht die Struktur von ›reflection-in-action‹ gemäss Schön. Der Untersuchungsprozess ist dann beendet, wenn der Fall genug verstanden ist und sich neue Interventionsmöglichkeiten zeigen. Das Prozessgestaltungsmodell im Konzept KPG ist keine starre Vorgabe, sondern eine Orientierungshilfe (siehe wiederum den Beitrag von Hochuli Freund/Sprenger-Ursprung in diesem Band). • Bei jeder Fallbearbeitung handelt es sich um einen einzigartigen, experimentellen Prozess, bei dem unterwegs stets Überraschungen auftauchen können. Dass Fallbearbeitung eine gemeinsame Abenteuerreise aller Fallbeteiligten ist – an der manchmal die Klientin, manchmal der Sozialpädagoge am Steuerrad ist –, das möchten wir in Zukunft noch stärker betonen.
Literatur Gigerenzer, Gerd (2014). Risiko. Wie man die richtigen Entscheidungen trifft. 2. Aufl. München: bbt. Gigerenzer, Gerd/Brighton, Henry (2011). Homo heuristicus. Why Biased Minds Make Better Inferences. In: Gigerenzer, Gerd/Hertwig, Ralph/Patchur, Thorsten (Hrsg.). Heuristics. The Foundation of Adaptive Behavior. New York: Oxford University Press. S. 2–27. Gigerenzer, Gerd/Hertwig, Ralph/Patchur, Thorsten (2011). Introdution. In: Dies. (Hrsg.). Heuristics. The Foundation of Adaptive Behavior. New York: Oxford University Press. S. xvii–xxiii. Hochuli Freund, Ursula/Sprenger-Ursprung, Raphaela (2016). Kooperative Prozessgestaltung. Mit Klient/-innen gemeinsam handeln. sozialmagazin 9–10. S. 48–56. Hochuli Freund, Ursula/Stotz, Walter (2015). Kooperative Prozessgestaltung in der Sozialen Arbeit. Ein methodenintegratives Lehrbuch. 3., überarbeitete und erweiterte Aufl. Stuttgart: Kohlhammer. Kahneman, Daniel (2011). ›Thinking. Fast and Slow‹. UK: Penguin Books. Kunz, Regula/Merten, Gaby/Roller, Claudia (2016). Schlüsselsituationen der Sozialen Arbeit – ein Reflexions- und Diskursmodell. sozialmagazin 9–10. S. 66–73. Plüss, Mathias (2015). Der Fintenfisch. Oktopusse sind wie Menschen – schlau, verspielt und schnell beleidigt. Haben sie sogar eine Seele? In: Das Magazin, Nr. 42, 17.10.2015. S. 10–15. Polanyi, Michael (1967). The Tacit Dimension. New York: Doubleday and Co. Possehl, Kurt (2002). Ausgewählte Aspekte einer handlungstheoretischen Konzeption der Methodenlehre der Sozialen Arbeit und ihre didaktische Umsetzung. In: Archiv für Wissenschaft und Praxis der Sozialen Arbeit. S. 4–41. Schön, Donald A. (1983). The Reflective Practitioner. How Professionals Think in Action. London: Temple Smith.
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