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Hochuli Freund
31.7.17 S. 48
Teil 1 Konzeptionelle Grundlagen
handen, die im Gegensatz zu rekonstruktiven Verfahren, die wesentlich mehr
Erfahrung und Vorkenntnisse erfordern, auch in der breiten Masse ihre Anwendung finden kann. Die Methodik KPG stellt vor diesem Hintergrund das erste
angemessene Konzept von Professionalität für die Praxis dar und leistet damit
einen wichtigen Beitrag für den Professionalisierungsdiskurs in der Sozialen Arbeit.
Eingangs wurde darauf hingewiesen, dass in der Sozialen Arbeit bisher keine
einheitlichen, fachlichen Standards bestehen und es deshalb notwendig ist, diese
einerseits theoretisch zu entwickeln und sie andererseits in der Praxis zu etablieren. In diesem Beitrag wurde aufgezeigt, dass sich über die verschiedenen theoretischen Positionen hinweg ein grösstenteils sehr ähnliches Verständnis finden
lässt, was gutes Handeln ausmacht. Wie diese Auseinandersetzung zeigt, lassen sich die wichtigsten Merkmale, Kompetenzkategorien und Anforderungen
professionellen Handelns durchaus benennen, und auch Prozessmodelle gibt es
seit geraumer Zeit. Trotzdem ist es bisher nicht gelungen einen einheitlichen
Qualitätsstandard bzw. zumindest eine Handvoll konkurrierender Entwürfe für
Ausbildung und Praxis festzulegen (vgl. Becker-Lenz/Müller:9). Da es genügend
Gemeinsamkeiten gibt, sollte angestrebt werden, die Anforderungen an professionelles Handeln als verbindliche Standards für Studium und Arbeitspraxis
festzulegen und laufend im Fachdiskurs weiterzuentwickeln. Damit kann das
Profil der Sozialen Arbeit geschärft und die Standards dafür herangezogen werden, die Qualität professionellen Vorgehens zu beurteilen und besser zwischen
gutem und schlechtem Handeln und zwischen Profis und Laien zu unterscheiden (vgl. Maus et al. 2008:79). Da sich die Anforderungen an professionelles Handeln grundsätzlich beschreiben lassen, besteht die Herausforderung
aktuell v. a. darin, diese in die Praxis zu implementieren. Dazu braucht es Konzeptionen und Modelle wie KPG, die eine inhaltliche Konkretisierung der Anforderungen vornehmen, diese für die praktische Umsetzung noch weiter herunterbrechen und dadurch umsetzbar machen.
Literatur
Becker-Lenz, Roland/Müller, Silke (2009). Der Professionelle Habitus in der Sozialen
Arbeit. Grundlagen eines Professionsideals. Bern: Peter Lang.
Becker-Lenz, Roland/Busse, Stefan/Ehlert, Gudrun/Müller-Hermann, Silke (2012). Einleitung: Wissen, Kompetenz, Habitus und Identität als Elemente von Professionalität im
Studium Sozialer Arbeit. In: Becker-Lenz, Roland/Busse, Stefan/Ehlert, Gudrun/Müller-Hermann, Silke (Hrsg.). Professionalität Sozialer Arbeit und Hochschule. Wissen,
Kompetenz, Habitus und Identität im Studium Sozialer Arbeit. Wiesbaden: VS Verlag.
S. 931.
Busse, Stefan/Ehlert, Gudrun (2012). Die allmähliche Heraus-Bildung von Professionalität
im Studium. In: Becker-Lenz, Roland/Busse, Stefan/Ehlert, Gudrun/Müller-Hermann,
Silke (Hrsg.). Professionalität Sozialer Arbeit und Hochschule. Wissen, Kompetenz,
Habitus und Identität im Studium Sozialer Arbeit. Wiesbaden: VS Verlag. S. 85110.
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