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Hochuli Freund

31.7.17 S. 108

Teil 1 Konzeptionelle Grundlagen

damit die Brücke zwischen Erkenntnis- und Handlungstheorie bilden (vgl. Hochuli Freund/Stotz 2015:218ff., Sommerfeld et al. 2016:340). Stimmer schliesslich legt u. a. formale Anforderungen an Hypothesen dar, indem er ausführt, dass sinnvollerweise ganz explizit mit Wahrscheinlichkeitsangaben gearbeitet wird: »Nicht, wenn A, dann B, sondern wenn A dann ist B wahrscheinlicher« (Stimmer 2012:159). Auch Staub-Bernasconi liefert einen Beitrag zur Klärung des Hypothesenbegriffs. Sie legt im transformativen Dreischritt dar, wie von Beschreibungs- und Erklärungswissen zu Veränderungswissen und konkretem professionellen Handeln gelangt werden kann und unterscheidet dabei in den ersten zwei Schritten zwischen nomologischen und nomopragmatischen Hypothesen: Erstere beschreiben und erklären ein vorliegendes Problem auf Basis von themenbezogenem, aktuellem wissenschaftlichem Wissen. Letztere sind handlungstheoretische Hypothesen, welche gesetzesmässige Zusammenhänge zwischen Handlungen von Professionellen und den erwartbaren Folgen für das soziale Problem darlegen (vgl. Staub-Bernasconi 2007:252ff.).

2

Die Arbeit mit Hypothesen im Konzept KPG

Im Konzept KPG spielt die Arbeit mit Hypothesen eine zentrale Rolle. So wird in den Prozessschritten Analyse und Diagnose mit unterschiedlichen Hypothesen gearbeitet. Im Prozessschritt Analyse dienen sog. konstatierende Hypothesen der systematischen Auswertung der in der Analyse erhobenen Daten. Im Prozessschritt Diagnose werden erklärenden Hypothesen sowie handlungsleitende Arbeitshypothesen genutzt. Was unter diesen unterschiedlichen Hypothesen-Arten verstanden wird, wird prozessschrittbezogen ausgeführt und an einem Beispiel illustriert.

2.1

Konstatierende Hypothesen in der Analyse

In einer Analyse geht es um eine »systematische Untersuchung eines Sachverhalts, bei der dieser in seine Bestandteile zerlegt wird und diese anschliessend geordnet und untersucht werden […]. Zu einer Analyse gehört abschliessend eine Phase des Zusammenfügens und der Interpretation (Hochuli Freund/Stotz 2015:177). In der Analyse werden also in methodisch strukturierter Weise unterschiedliche Einschätzungen und Bewertungen erhoben, systematisiert und gewichtet, um sie dann zusammenfassend auf den Punkt zu bringen. Ziel des Prozessschritts Analyse ist es, eine Fallthematik herauszuarbeiten und festzustellen, um was es in einem Fall genau geht (vgl. ebd.:178). In der Arbeit mit dem methodenintegrativen Konzept KPG stehen vielfältigste Methoden und Instrumente zur Verfügung, um eine Analyse durchzuführen. Die Wahl geeigneter Methoden und Instrumente muss fallbezogen sinnvoll er108