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Professionstheoretische Grundlagen
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Einleitend haben wir ausgeführt, dass in diesem Buch ein Konzept zur
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Gestaltung des professionellen Handelns in der Sozialen Arbeit entwickelt
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wird. Diese Begrifflichkeit impliziert, dass es sich bei der Sozialen Arbeit um
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eine Profession handelt. Inwiefern dem so ist, soll in diesem Kapitel
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erläutert werden. Zu Beginn werden die Merkmale klassischer Professionen
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– wie Ärzte, Geistliche, Juristinnen – dargelegt, an denen die Soziale Arbeit
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zunächst gemessen wurde. Die Debatte über die Möglichkeiten und
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Bedingungen der Professionalisierung, die zum Anspruch auf ein
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eigenständiges Professionalitätsmodell geführt hat, wird kurz
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nachgezeichnet. Dabei werden die spezifischen Rahmenbedingungen und
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strukturellen Widersprüchlichkeiten des Handelns in der Sozialen Arbeit als
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›Strukturmerkmale‹ bezeichnet. Diese Strukturmerkmale – diffuse
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Allzuständigkeit, doppelte Loyalitätsverpflichtung, NichtStandardisierbarkeit, Koproduktion – werden im zweiten Teil ausführlich
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erläutert.
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3.1
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Professionstheoretischer Diskurs
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Seit Anfang der 1970er Jahre wird im deutschsprachigen Raum eine
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intensive fachliche Diskussion geführt über die Professionalisierbarkeit der
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Sozialen Arbeit: über deren Rahmenbedingungen, Möglichkeiten und
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Grenzen. In der Aufbruchsphase wurde als Ziel eine umfassende
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Professionalisierung der Sozialen Arbeit proklamiert. Eine wichtige
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Grundlage hierfür war die Expandierung des Arbeitsfeldes seit den 1960er
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Jahren ( Kap. 2.2.1). Themen in dieser Debatte über die gesellschaftlichen
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Perspektiven der Sozialarbeit und Sozialpädagogik waren das Berufsbild
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und der Status von Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagogen, vor allem
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aber die Notwendigkeit und die Möglichkeiten der wissenschaftlichen
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Fundierung der Ausbildung. Bis in die 1980er Jahre handelte es sich
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vornehmlich um eine standespolitische Debatte, in der es um
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Legitimationsfragen geht: Gelingt eine Anhebung des Ausbildungs- und
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Prestigeniveaus der Berufsgruppen der Sozialen Arbeit – gelingt Soziale
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Arbeit als ›Aufstiegsprojekt‹? (vgl. Dewe/Ferchhoff/Radtke 1992:11 f.,
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Dewe/Otto 2011:1143).
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In dieser ersten Phase entstanden Professionalisierungstheorien für die
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Soziale Arbeit, die sich an den klassischen Professionen orientierten. Dieses
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Vorbild-Modell soll zunächst beschrieben werden.
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3.1.1
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Modell der klassischen Profession
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