3.1 KiB
| id | type | title | hint | footnote |
|---|---|---|---|---|
| planning-vorueberlegungen | markdown | Schritt 1 | Fasse die wichtigsten Erkenntnisse aus Analyse, Diagnose und Zielsetzung zusammen: relevante Fakten, Fallthematik, Arbeitshypothese, vereinbarte Grobziele. Benenne mind. ein handlungsleitendes Konzept (z. B. Empowerment, Lebensweltorientierung, Ressourcenorientierung, systemisches Denken) und begründe dessen Wahl fachlich. Zeige auf, wie dieses Konzept die Interventionsplanung leitet. | 💡 Schritt 1: Diagnostische Erkenntnisse als Rahmen nutzen |
Schritt 1
Situationserfassung
Leny soll bei schulischen und alltagspraktischen Basiskompetenzen unterstützt und gefördert werden. Leny verfügt über Ressourcen wie Freundschaften, Freude an Bewegung, ein gutes Körperbewusstsein und Kreativität. Es ist nicht geklärt, wo er im neuen Schuljahr zur Schule geht. Die familiäre Situation ist seit längerer Zeit stark belastet, weshalb die Entlastung von Leny zentral ist. Im Praxisalltag wird beobachtet, dass Leny oft Dinge vergisst, ausweicht und sich im Tages- und Wochenablauf nicht gut orientieren kann. Er ist oft müde und hat Heimweh.
Analyse
Die Analyse zeigt, dass sich Lenys Heimweh weniger als klassisches Heimweh, sondern eher als emotionale Belastung zeigt. Die Sorgen im Herkunftssystem belasten ihn und beeinflussen sein Funktionieren im Alltag. In überfordernden Situationen verstärken sich Vergessen, Orientierungsschwierigkeiten und Ausweichen. Hingegen wirkt er in klaren Situationen orientierter und aufmerksamer.
Diagnose
Im Prozessschritt Diagnose zeigt sich, dass Lenys starke Loyalität gegenüber der Mutter seine Ablösung und Selbstständigkeit im Praxisbetrieb erschwert. Es wurde verständlicher, welche Funktion Vergessen, Orientierungsschwierigkeiten und Ausweichen in Lenys Leben erfüllen und weshalb Leny diesbezüglich keine weitere Beschämung erfahren soll. Sie haben einen guten Grund und dienen als Überlastungsschutz für seine im Herkunftssystem überfordernden und belastenden Situationen. Leny kommt oft belastet mit Sorgen bei uns an und ist innerlich damit beschäftigt. Er braucht konkretere Begleitung bei den Übergängen, Erwachsene, die seine Sorgen verstehen und im Alltag aufgreifen, sowie Orientierung und Regulation.
Zielsetzung
Wegen Lenys Abwesenheit wurden im Prozessschritt Zielsetzung drei Grobziele als Unterstützungsziele formuliert. Fachübergreifend einigten wir uns auf drei Inhalte: Leny wird in den Übergängen unterstützt, damit er einfacher ankommen kann. Es werden Möglichkeiten gefunden, Schutzmechanismen besser wahrzunehmen, sowie Angebote für Regulation. Sinnvolle Strukturen erleichtern ihm den Alltag und er beteiligt sich selbstständiger. Die Zielbildung wurde auf Fachebene von den Fachpersonen aus allen drei Bereichen erarbeitet. Später konnte ich sie mit Leny besprechen. Diese Richtungen waren für Leny vorstellbar und er war einverstanden.
Handlungsleitendes Konzept
Die Interventionsplanung orientiert sich am lösungsorientierten und systemischen Ansatz des Praxisbetriebs. Dazu bezog ich traumapädagogische Überlegungen mit ein.
LO = lösungsorientiert, SYS = systemisch, TP = traumapädagogisch.