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KPG Mentor 2026-06-22 22:49:03 +00:00
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id: "planning-einleitung"
type: "markdown"
title: "Ziel dieses Prozessschritts"
title: "Ziel dieses Prozessschrittes"
hint: "Beschreibe das Ziel des Prozessschrittes und den Bezug zur Zielsetzung (Arbeitshypothese, Grob-/Feinziele). Kein separater Methode(n)-Abschnitt — Methoden ergeben sich aus den vier KPG-Schritten. Erläutere kurz, wie die Interventionsplanung auf Analyse, Diagnose und Zielsetzung aufbaut."
footnote: "📖 Interventionsplanung: entwerfen, reflektieren, auswählen, planen"
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***Ziel des Prozessschrittes***
## Ziel dieses Prozessschrittes
Interventionsmöglichkeiten kooperativ entwerfen, reflektieren und fachlich begründet auswählen. Daraus werden kooperativ 23 Feinziele abgeleitet, dem/einem Grobziel zugeordnet und in Bildungs- und Unterstützungsziele unterteilt.
***Bezug zum vorherigen Schritt***
In diesem Prozessschritt blicke ich zuerst auf die bisherigen Erkenntnisse zurück. Anhand des Sollzustands der Grobziele beginnt die offene Suche nach Interventionsideen. Sie werden reflektiert und verdichtet, indem Feinziele formuliert werden. Mit einem Feinziel plane ich die erste Interventionsphase (Hochuli Freund & Stotz, 2021, S. 313).

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id: "planning-vorueberlegungen"
type: "markdown"
title: "Schritt 1 — Vorüberlegungen"
title: "Schritt 1"
hint: "Fasse die wichtigsten Erkenntnisse aus Analyse, Diagnose und Zielsetzung zusammen: relevante Fakten, Fallthematik, Arbeitshypothese, vereinbarte Grobziele. Benenne mind. ein handlungsleitendes Konzept (z. B. Empowerment, Lebensweltorientierung, Ressourcenorientierung, systemisches Denken) und begründe dessen Wahl fachlich. Zeige auf, wie dieses Konzept die Interventionsplanung leitet."
footnote: "💡 Schritt 1: Diagnostische Erkenntnisse als Rahmen nutzen"
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***Zusammenfassung bisheriger Erkenntnisse***
# Schritt 1
***Handlungsleitendes Konzept***
## Situationserfassung
***Bedeutung für die Interventionsplanung***
Leny soll bei schulischen und alltagspraktischen Basiskompetenzen unterstützt und gefördert werden. Leny verfügt über Ressourcen wie Freundschaften, Freude an Bewegung, ein gutes Körperbewusstsein und Kreativität. Es ist nicht geklärt, wo er im neuen Schuljahr zur Schule geht. Die familiäre Situation ist seit längerer Zeit stark belastet, weshalb die Entlastung von Leny zentral ist. Im Praxisalltag wird beobachtet, dass Leny oft Dinge vergisst, ausweicht und sich im Tages- und Wochenablauf nicht gut orientieren kann. Er ist oft müde und hat Heimweh.
## Analyse
Die Analyse zeigt, dass sich Lenys Heimweh weniger als klassisches Heimweh, sondern eher als emotionale Belastung zeigt. Die Sorgen im Herkunftssystem belasten ihn und beeinflussen sein Funktionieren im Alltag. In überfordernden Situationen verstärken sich Vergessen, Orientierungsschwierigkeiten und Ausweichen. Hingegen wirkt er in klaren Situationen orientierter und aufmerksamer.
## Diagnose
Im Prozessschritt Diagnose zeigt sich, dass Lenys starke Loyalität gegenüber der Mutter seine Ablösung und Selbstständigkeit im Praxisbetrieb erschwert. Es wurde verständlicher, welche Funktion Vergessen, Orientierungsschwierigkeiten und Ausweichen in Lenys Leben erfüllen und weshalb Leny diesbezüglich keine weitere Beschämung erfahren soll. Sie haben einen guten Grund und dienen als Überlastungsschutz für seine im Herkunftssystem überfordernden und belastenden Situationen. Leny kommt oft belastet mit Sorgen bei uns an und ist innerlich damit beschäftigt. Er braucht konkretere Begleitung bei den Übergängen, Erwachsene, die seine Sorgen verstehen und im Alltag aufgreifen, sowie Orientierung und Regulation.
## Zielsetzung
Wegen Lenys Abwesenheit wurden im Prozessschritt Zielsetzung drei Grobziele als Unterstützungsziele formuliert. Fachübergreifend einigten wir uns auf drei Inhalte: Leny wird in den Übergängen unterstützt, damit er einfacher ankommen kann. Es werden Möglichkeiten gefunden, Schutzmechanismen besser wahrzunehmen, sowie Angebote für Regulation. Sinnvolle Strukturen erleichtern ihm den Alltag und er beteiligt sich selbstständiger. Die Zielbildung wurde auf Fachebene von den Fachpersonen aus allen drei Bereichen erarbeitet. Später konnte ich sie mit Leny besprechen. Diese Richtungen waren für Leny vorstellbar und er war einverstanden.
## Handlungsleitendes Konzept
Die Interventionsplanung orientiert sich am lösungsorientierten und systemischen Ansatz des Praxisbetriebs. Dazu bezog ich traumapädagogische Überlegungen mit ein.
LO = lösungsorientiert, SYS = systemisch, TP = traumapädagogisch.

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id: "planning-entwerfen"
type: "markdown"
title: "Schritt 2 — Interventionsmöglichkeiten entwerfen"
title: "Schritt 2 und 3"
hint: "Öffnungsphase: Sammle kooperativ möglichst viele Interventionsideen (mind. 2025 Ideen als Faustregel). Beziehe Klient*in und Team ein. Blickfeld weit öffnen, kreativ sein, Erfahrungswissen der Organisation nutzen. Noch keine Bewertung — erst sammeln, dann reflektieren. Konzentriere die Suche besonders auf mögliche Veränderungen von Situationen (nicht nur personenbezogen). Unterscheide Interventionsmodi: Eingriff, Angebot, gemeinsames Handeln."
footnote: "💡 Schritt 2: Blickfeld öffnen, kreativ neue Möglichkeiten erfinden"
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# Schritt 2 und 3
Ich fasse die Schritte 2 und 3 zur Dokumentation zusammen.
In den wöchentlichen Teamsitzungen sammelten wir Ideen für die Grobziele. Einiges entsprang auch aus kleinen Zwischengesprächen oder aus Übergaben im Praxisalltag. Ich führte bereichsübergreifende Fachgespräche mit den Bezugspersonen aus Schule und Therapie. Ich notierte mir alles fortlaufend und ordnete die vielen Ideen ein.
Dabei entstanden fünf Ideen: Ankommen, Förderunterricht, Sport, Infoheft und Einordnen von Stress, Sorgen und Schutzmechanismen.
Als Leny wieder da war, besprach ich einzelne Ideen mit ihm. Das Infoheft konnte ich im Alltag mit ihm aufnehmen; er brachte eigene Überlegungen dazu ein. Beim Sport war Leny gleich dabei. Später kamen die neuen Schulsportangebote, und Leny konnte sich für eines entscheiden. Darum dokumentiere ich Sport nicht in der Tabelle. Die Idee zum Einordnen von Stress, Sorgen und Schutzmechanismen besprach ich mit der Psychologin. Sie nimmt diese Möglichkeit nach den Sommerferien auf und entwickelt sie weiter. Die Frage für den Förderunterricht konnte sich Leny als neue Möglichkeit vorstellen und er war überrascht, dass er im Förderunterricht auch eigene Fragen einbringen darf.
Die Tabelle dokumentiert die drei Ideen, die für die Interventionsplanung relevant sind.
## Interventionsideen und Reflexion
| Aspekte | Möglichkeiten nach der Ankunft wie Duschen, Essen oder Rückzug. | Eine eigene Frage für den Förderunterricht. | Ein Infoheft für vergessene Dinge und alltagspraktische Absprachen. |
| --- | --- | --- | --- |
| Best Case | Das Ankommen wird ritualisierter.<br>Die Rückkehr mit dem Taxi und das Alleinsein sind gehaltener. | Der Übergang in den Förderunterricht gelingt schneller, weil die eigene Frage einen konkreten Einstieg gibt. | Das Infoheft wird rege genutzt; dadurch entstehen weniger Vergessen und Stress, und Leny hat Freude am Infoheft. |
| Worst Case | Leny erlebt die Möglichkeiten nach der Ankunft als zusätzliche Vorgabe.<br>Die Idee weicht von Gruppenstruktur oder Kreis ab. | Die Frage wird zur zusätzlichen Leistung, wenn sie fehlt oder vergessen geht. | Das Infoheft wird vergessen, verloren oder verlegt; wiederholtes Erinnern erzeugt neuen Stress.<br>Das Infoheft ersetzt den Kontakt zur Kindsmutter. |
| Einflussfaktoren | Subjektive Einschätzung der diensthabenden Person. | Unterstützung durch Schule und Sozialpädagogik, damit Leny Fragen erkennen kann. | Aktive Nutzung durch die Kindsmutter. |
| ethische Aspekte | Angebote erfolgen ohne Druck und ohne Vorführen vor Gruppe oder Eltern.<br>Hunger wird ernst genommen und nicht beschämend diskutiert. TP | Es entsteht keine versteckte Leistungserwartung.<br>Hilfeholen wird als Lernstrategie gestärkt.<br>Leny erlebt sich beteiligt und kompetent. | Leny ist nicht verantwortlich für den Austausch zwischen Erwachsenen.<br>Das Infoheft wird nicht als Kontrollwerkzeug genutzt. TP |
| Veränderungsebene | eher Situation. | Situation und Verhalten. | eher Situation. |
Die Idee zum Ankommen wird nicht als Feinziel ausgearbeitet, weil sie im Alltag ausprobiert und weiter beobachtet wird. Die Frage für den Förderunterricht greift lösungsorientiert an Lenys Beteiligung an. Das Infoheft setzt auf der systemischen Ebene an, weil es den Austausch zwischen Herkunftssystem und Praxisbetrieb unterstützt. Es kann dazu beitragen, Scham und Druck im Zusammenhang mit vergessenen Dingen zu reduzieren. Diese beiden Ideen nehme ich in Schritt 4 auf.

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id: "planning-reflektieren"
type: "markdown"
title: "Schritt 3 — Interventionsmöglichkeiten reflektieren"
hint: "Reflektiere die gesammelten Interventionsmöglichkeiten anhand von Szenarien: Best Case (bestmöglicher Verlauf), Worst Case (schlechtmöglichster Verlauf/Katastrophengeschichte), Nichtstun (was passiert ohne Intervention?). Diese Reflexionsmethode hilft, Wirkungen und unerwünschte Nebenfolgen abzuschätzen. Zusätzlich reflektieren: Ressourcen, Einflussfaktoren, ethische Aspekte, Handlungsbedarf. Begründe die finale Auswahl fachlich mit Bezug zur bisherigen Fallbearbeitung."
footnote: "💡 Schritt 3: Reflexion mittels Szenarien — fachlich begründet auswählen"
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{
"id": "planning-feinziele",
"type": "feinziele",
"title": "Feinziele",
"hint": "Formuliere 23 konkrete Feinziele pro Grobziel. Feinziele nach SMART: Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch, Terminiert. Ordne jedes Feinziel einem Grobziel zu und unterscheide BZ/UZ.",
"feinziele": [
{
"id": "feinziel-3-1",
"grobzielId": "goals-grobziel-3",
"text": "",
"smartCheck": {
"s": false,
"m": false,
"a": false,
"r": false,
"t": false
}
},
{
"id": "feinziel-2-1",
"grobzielId": "goals-grobziel-2",
"text": "",
"smartCheck": {
"s": false,
"m": false,
"a": false,
"r": false,
"t": false
}
},
{
"id": "feinziel-1-1",
"grobzielId": "goals-grobziel-1",
"text": "Lehrnen",
"smartCheck": {
"s": true,
"m": true,
"a": true,
"r": true,
"t": true
}
},
{
"id": "feinziel-1-2",
"grobzielId": "goals-grobziel-1",
"text": "",
"smartCheck": {
"s": false,
"m": false,
"a": false,
"r": false,
"t": false
}
},
{
"id": "feinziel-4-1",
"grobzielId": "goals-grobziel-4",
"text": ""
}
]
}

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id: "planning-interventionsplan"
type: "markdown"
title: "Konkrete Interventionsplanung"
title: "Schritt 4"
hint: "Plane konkret anhand EINES ausgewählten Feinziels. Beantworte: «Wer macht wann, was, wie, warum?» Verknüpfe die Planung methodisch-strukturiert mit dem handlungsleitenden Konzept. Stelle klient*innenspezifische und inter-/intraprofessionelle Kooperationen konkret dar. Denke an die rollende Planung: nur die erste Interventionsphase detailliert planen, weitere erst nach Zwischenevaluation."
footnote: "💡 Schritt 4: Entscheiden, planen und W-Fragen beantworten"
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| Wer? | Wann? | Was? | Wie? | Warum? |
|------|-------|------|------|--------|
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# Schritt 4
## Feinziele
Das Feinziel Förderunterricht konkretisiert Grobziel 1 und das Feinziel Infoheft Grobziel 3. Beide zeigen, woran in der ersten Interventionsphase gearbeitet wird.
| Grobziele | Feinziel | BZ/UZ |
| -------- | -------- | ----- |
| GZ1 | Leny bringt bis zu den Herbstferien einmal pro Woche eine Frage in den Förderunterricht mit. Der Bereich Schule und die Sozialpädagogik unterstützen ihn dabei. | UZ |
| GZ3 | Bis Ende August nimmst du dein Infoheft mit nach Hause und bringst es wieder in den Praxisbetrieb zurück. | UZ |
## Auswahl der Interventionsmöglichkeiten
Für die erste Interventionsphase wurde das Feinziel Infoheft ausgewählt. Mir ist wichtig, dass das Team hinter diesem Feinziel steht und die Umsetzung gemeinsam trägt. Das Infoheft ist ein kleiner, konkreter Schritt im Alltag. In den Gesprächen mit Leny zeigte sich, dass er sich die Idee vorstellen kann und mitdenkt.
| Was | Wer | Wann | Wie | Warum |
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| Passendes Infoheft besorgen | Alexandra | Bis am 18. 6. | Ein stabiles Infoheft auswählen. | Es ist das Arbeitsinstrument. |
| Umschlag vom Infoheft gestalten | Praktikantin | bis am 23. 6. | Leny gestaltet den Umschlag mit Unterstützung. | Leny baut Bezug zum Infoheft auf. |
| Kindsmutter informieren | Alexandra | bis am 26. 6. | Telefonisch kontaktieren. | Die Kindsmutter kennt Zweck und Aufgabe. |
| Ziel Plan und Bonus mit Leny vereinbaren | Alexandra | bis am 23. 6. | Gespräch mit Leny. Ziel Plan auf Papier darstellen und Bonus notieren. | Leny erhält sichtbare Anerkennung und kennt den möglichen Bonus. |
An der Teamsitzung vom 23.6 besprechen wir nochmals den Umgang mit dem Infoheft. Danach übergebe ich Leny das Infoheft und wir suchen gemeinsam einen Aufbewahrungsort. Das Ziel startet am 27.6.
Als Bezugsperson bin ich die Ansprechperson und begleite die Umsetzung. Traumapädagogisch zentral ist, dass das Infoheft keinen Druck erzeugt und nicht beschämend oder kontrollierend wirkt. Offene Fragen oder Schwierigkeiten besprechen wir an den Teamsitzungen und halten sie im Protokoll fest. Rückmeldungen von Leny oder der Kindsmutter werden im Journal eingetragen. Die Zwischenevaluation traktandiere ich Ende August in der Teamsitzung.