1.1 KiB
6.6.1.3Kommentierungen Kommentierungen erhielten ihren hohen methodischen Stellenwert durch das von der ersten Mailänder Gruppe entwickelte Fünfphasenmodell des systemischen Interviews (siehe 6.6.3.1). In dessen vierter Phase erhält der Kommentar am Ende der Sitzung den Status eines Rituals, durch das die Sozialarbeiterin ihre Sichtweisen, Hypothesen, Beschreibungen und Anregungen in das System einbringen kann. Weil der Kommentar in diesem Zusammenhang den Abschluss der Sitzung markiert, entzieht er sich einer Diskussion, in der die darin enthaltenen Gedanken „zerredet“ und ihre kognitiv-affektive Dichte wieder aufgelöst werden können. Außer den Abschlusskommentaren gibt es auch Kommentierungen in Form von eingestreuten Ideen, Randbemerkungen und humorvollen Paraphrasierungen. Dann sind sie kleine „Fußnoten“ zu den Äußerungen der Adressatinnen im Fluss des Gespräches, die ihre Wirkung als halbbewusster Nachklang des Gesagten entfalten. Als Abschlussintervention könnten die Kommentierungen auch den settingstrukturierenden Methoden zugeordnet werden, ansonsten sind sie Teil der verbalen Methoden.