1.1 KiB
Fragetypus in die Familientherapie eingeführt. „Stets wird ein Mitglied der Familie befragt, das nicht direkt in die Beziehung involviert ist, z. B. die Tochter über die Beziehung von Vater und Mutter. Den Dritten jeweils in Gegenwart der anderen auszufragen – die Mailänder nennen das auch ‚gossiping in the presence‘, also ‚Klatschen in Gegenwart des Betroffenen‘ … Weniger die Inhalte, sondern die Art und Qualität der Beziehungen werden erfragt. Die Fragen beziehen sich auf Vergangenheit, Gegenwart und – besonders wichtig – auf die Zukunft … ‚Die Wahrheit liegt in Unterschieden‘ – in keinem anderen technischen Element wird diese Batesonsche Erkenntnis von den Mailändern so konsequent und kreativ angewandt“ (Roth 1983, S. 266 f.). Wird eine Person über eine andere und damit über die Beziehung zwischen ihr und der anderen Person befragt, handelt es sich um eine dyadische zirkuläre Frage, z. B. der Sohn wird gefragt: „Was antwortet Vater, wenn du ihn um Hilfe bei den Hausaufgaben bittest?“
Abb. 26: Die Struktur der dyadischen zirkulären Frage