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einer technizistischen Pervertierung des lösungsorientierten Optimismus. Wenn wir dem Wahn verfallen, dass es für jedes Problem eine effektive Methode der schnellen Lösung gibt, können Probleme nicht mehr in ihrem Eigen-Sinn – als Ausdruck der Entwicklungskrise eines spezifischen Systems – verstanden werden. Die in ihr wirkenden entwicklungsfördernden Kräfte werden dann nicht mehr genügend gewürdigt. Die Frage, ob eine Krise auch ihre Zeit braucht – „wie alles Tun unter dem Himmel“4 –, und das geduldige Warten auf die in der Eigendynamik des Systems entstehenden Selbstheilungskräfte sind nicht mehr erwünscht. Sie stören den Optimismus der schnellen Lösung. Und doch braucht jeder Mensch die Zeit für seine Lösung, manchmal auch – von außen gesehen – viele Umwege. Sozialarbeiterinnen und Therapeutinnen sind eher die Moderatorinnen dieses Prozesses als die Macher. Dennoch fällt ihnen auch in dieser Rolle die Aufgabe zu, durch gezielte Fragen, auf die Lebens- und Problemsituation abgestimmte Aufgaben und die Einführung neuer Perspektiven den Auftraggeberinnen Hilfen zur Entdeckung der eigenen Ressourcen und Kompetenzen anzubieten. Dabei sollen sie deren Umwege und Abwehrstrategien achten, ohne sie als letztgültige Bewältigungsversuche zu akzeptieren; sie sollen hartnäckig auf andere Lösungswege hinweisen und sich auch von einem augenblicklich geringen Veränderungsinteresse nicht entmutigen lassen. Die Leitlinie dabei heißt: Nur der Weg, den die Auftraggeberinnen selber gehen wollen, kann erfolgreich sein. Professionelle Hilfen sind nützlich als Wegweiser an den Wegkreuzungen. Natürlich werden diese in jedem Unterstützungssystem andere sein, weil Auftraggeberinnen und Sozialarbeiterinnen ein ganz spezifisches, zu ihren Persönlichkeiten passendes Beziehungsmuster entwickeln.5 Die lösungsorientierte Therapie (de Shazer 1989; Kim Berg 1992) hat einige hilfreiche Methoden und Handlungsperspektiven entwickelt, mit denen immer wieder auf mögliche Problemlösungswege hingewiesen werden kann. Am bekanntesten