2026-001/documents/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/446.md

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Kontextualisierung ist ein wesentlicher Bestandteil der systemischen Arbeit. Mit ihrer Hilfe werden Bedeutungen geklärt, unterschiedliche Bedeutungszuschreibungen der Familienmitglieder herausgearbeitet, um dem Verhalten des einen einen Sinn zu geben, der dem anderen bisher verschlossen war. Das fördert Toleranz und Akzeptanz innerhalb des Systems. Kontextualisierung heißt auch, dass die sozialen Einflüsse, unter denen Menschen handeln, diesen bewusst werden. Das ermöglicht es, Symptome als Ausdruck eines Spannungsverhältnisses zwischen dem Einzelnen bzw. seiner Familie und größeren Systemen zu verstehen und individuumzentrierte Ursachenzuschreibungen aufzulösen. Wenn z. B. die Angst eines Kindes im Kontext der drohenden Arbeitslosigkeit des Vaters oder der Mutter verständlich wird, hat das Folgen für die weitere Interventionsplanung.