2026-001/documents/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/437.md

999 B
Raw Blame History

6.2

Systemische Handlungsrichtlinien

Handlungsrichtlinien sind Orientierungshilfen für die praktische Arbeit. Erkenntnistheoretisch lassen sie sich als Perspektiven für die Beschreibung der Problemsysteme und der auf sie gemünzten professionellen Problemlösungsangebote verstehen. Als Schlüsselqualifikationen der systemischen Sozialen Arbeit können sie im Rahmen der Ausbildung durch Rollenspiele geübt, angeeignet und individuell ausgestaltet werden. Eine der einflussreichsten Gruppen für die Entwicklung der Familientherapie war das erste Mailänder Team (Selvini Palazzoli, Boscolo, Cecchin und Prata). Sie entwickelten drei auf der Systemtheorie basierende Handlungsrichtlinien Hypothetisieren, Zirkularität und Neutralität (Selvini Palazzoli et al. 1981), die im Folgenden dargestellt und um vier weitere Kontextualisierung, Ressourcen- und Lösungsorientierung, Gender-Sensitivität und die Frage nach der Opfer-Täter-Beziehung bei Akten der Gewalt ergänzt werden.